So wird der Garten zum Insektenparadies
Statt „Insektenhotels“ zu kaufen, könnte man den Garten insektenfreundlich bepflanzen. Doch wie unterscheidet man zwischen gewünschten und unerwünschten Tierchen?
Warum manche Insekten im Garten willkommen sind – und andere nicht
Wem Biodiversität ein Anliegen ist, der kann gleich im eigenen Garten damit beginnen. Die rasante Abnahme von Singvögeln hängt unter anderem mit der nicht minder rasanten Abnahme von Insekten zusammen. Wo diese als Futterquelle fehlen, können sich insektenfressende Vögel auch nicht halten.
Jetzt ist es halt so, dass es nette Insekten gibt: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge. Die sieht man gerne im Garten und pflanzt für ihre Labung „Bienenweiden“ und Futterpflanzen für die letzteren beiden.
Dann gibt es aber auch die „Bäh-Insekten“: Blattläuse, Gelsen, Wespen, Dickmaulrüssler, Rosenkäfer und, und, und. Die sieht man nicht so gerne im Garten. Sie saugen an Pflanzen, die wir zu unserer Freude gepflanzt haben, sie stechen des Nachts, sie hinterlassen buchtenförmige Fraßstellen auf unseren viel geliebten Kirschlorbeerhecken und ihre dicken Larven erschrecken uns, wenn sie zu vielen die alte Erde unserer Balkonkisterl und Pflanztöpfe bevölkern.
Die Grundsatzentscheidung, ob man Insektengetier im Garten fördern möchte, muss also jeder für sich fällen.
Neue Insektenarten in unseren Gärten
Der Rosenkäfer
Der Rosenkäfer ist ein wunderbar grün schillernder Käfer, der mit lautem Gebrumm ein recht patschertes Flugverhalten an den Tag legt. Für seine Eier bevorzugt er Balkonkisterl und Pflanztöpfe. Daraus entwickeln sich die bis zu vier Zentimeter großen Larven, weißlich mit braunem Kopf, die so manchen Blumenfreund schon das Grausen gelehrt haben. Dabei sind sie wie das adulte Tier harmlos: Während sich der Käfer von Nektar, Pollen und Blütenblättern ernährt, fressen die Larven abgestorbenes organisches Material, also verrottende Pflanzenreste, und stellen keine Gefahr für Pflanzen dar.
Schmetterlingslarven
Ganz anders dagegen die Larven von Schmetterlingen und Schwärmern: Wer kennt nicht die Geschichte der Raupe Nimmersatt? In den wenigen Wochen, in denen die Raupe frisst, hat sie ordentliches Vernichtungspotenzial. Der aus dem asiatischen Raum importierte Buchsbaumzünsler hat eindrücklich bewiesen, dass eine Schmetterlingsart eine Pflanzengattung auch ausrotten kann, wenn natürliche Feinde fehlen. Bei uns hat der Zünsler keinen Gegenspieler – inzwischen muss man Buchsbaumhecken suchen, denn alle Buchsbäume, die nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt wurden, sind längst tot.
Heimische Raupen
Die Raupen unserer heimischen Schmetterlinge sind natürlich ähnlich gefräßig, werden aber nie zum Problem. Um heimische Arten zu fördern, lässt man Brennnesseln im Garten stehen, denn mindestens vier Schmetterlingsarten nutzen die Brennnessel als Wirtspflanze. Mittlerweile fühlt sich auch die Blauschwarze Holzbiene bei uns wohl. Sie kommt in „wärmeren Gebieten“ vor – dazu zählt die Stadt Salzburg offenbar bereits, denn die Holzbiene lässt sich schon häufig sehen. Sie ist bei der Wahl ihrer Nahrungsquellen nicht heikel und besucht Obstbäume ebenso wie Ziergehölze (Flieder, Weigelie etc.) und Wildblumen.
So sieht ein insektenfreundlicher Garten aus
Eigentlich ist es nicht schwer, einen insektenfreundlichen Garten zu betreiben. Im Gegenteil, es ist sogar ein weniger arbeitsaufwendiger Garten, denn vieles soll einfach nicht oder viel später getan werden. Herbstlaub muss nur vom Rasen gerecht werden, auf Beetflächen und unter Sträuchern darf, ja soll es liegen bleiben.
Die Efeuhecke schneidet man erst im Frühling. Denn die Efeublüte von September bis November ist eine späte Futterquelle für Bienen. Die sich daraus entwickelnden Beeren werden im Winter von Amseln, Rotkehlchen, Meisen und Drosseln verspeist.
Staudenschnitt
Auch der Staudenrückschnitt sollte so spät wie möglich oder gar nicht stattfinden: Stauden ist es egal, ob man die abgestorbenen Triebe des Vorjahres wegschneidet oder stehen lässt – sie treiben sowieso aus dem Wurzelstock aus und bilden neue Triebe.
Frühblüher
Dank warmen Wetters im Spätwinter sind Insekten früher unterwegs. Mit der Pflanzung früh blühender Gehölze kann man Nahrungsquellen schaffen. Die Kornelkirsche, Cornus mas, gehört neben Weiden zu den frühesten heimischen Bienennährgehölzen. Die gelben Blüten erscheinen vor dem Laubaustrieb bereits im März. Die Früchte („Dirndln“) reifen im Spätsommer und können zu Marmelade und Saft verarbeitet werden.
Wunderbar duftet die Winterheckenkirsche, Lonicera purpusii, die bereits im Spätwinter von den ersten Hummeln besucht wird. In Hausnähe gepflanzt, wird man mit herrlichen Duftwolken erfreut, dafür gibt die Blütenfarbe nicht viel her: ein blasses Gelb-Weiß.
Kleine Futterquellen für Insekten
Wer Blütensträucher mangels Platz nicht pflanzen kann, kann kleine Futterquellen bereitstellen. Lenzrosen, Stiefmütterchen und Zwergnarzissen werden von Bienen gerne besucht. Schlüsselblumen und Lungenkraut sind ein Magnet für Hummeln.
All diese Frühlingsblüher dürfen schon in den Garten oder in Töpfen auf die Terrasse – ein paar Minusgrade oder eine späte Schneehaube können ihnen nichts anhaben.
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SN/Veronika Schmeikal