Garten & Energie

Teich oder Pool: Schwimmen im Garten

Zu Hause ins erfrischende Nass springen: Viele hegen den Traum von einer Badegelegenheit im eigenen Garten. Doch welche Möglichkeiten gibt es?

Einfach schwimmen, wann immer man möchte, ohne Fahrt zum See und ganz in Ruhe für sich: Der Gedanke, einen Pool im eigenen Garten zu haben, ist verlockend. Dabei stehen heutzutage neben dem klassischen Chlorpool auch die natürlichen Varianten Schwimmteich und Naturpool zur Verfügung. "Besonders Naturpools erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und werden vermehrt nachgefragt", berichtet Peter Retzinger, der seine Firma für Gartengestaltung und Teichanlagen in Hallein führt. Allgemein könne man aber keine der drei Bauweisen - Schwimmteich, Natur- oder Chlorpool - als besser oder schlechter bezeichnen. "Es ist vielmehr Geschmacksache. Die einen möchten glasklares Wasser ohne jegliche Form von Algen, die anderen ziehen das natürliche Gefühl eines Sees vor", sagt der Experte. Grundsätzlich sei ein Pool ab einer Gartenfläche von etwa zehn mal sieben Metern sinnvoll. "Wir bauen ihn natürlich auch in kleinere Gärten, aber man sagt, dass ein Pool mindestens fünf mal drei Meter groß sein sollte. Man will sich ja darin auch bewegen können. Grundsätzlich richten wir uns natürlich nach dem individuellen Kundenwunsch."

Verschiedene Möglichkeiten im eigenen Garten schwimmen zu gehen

Doch um im eigenen Garten schwimmen zu können, bieten sich mehrere Möglichkeiten an. Neben dem bekannten Chlorpool empfiehlt sich auch ein Schwimmteich oder ein Naturpool als Alternative. Doch wodurch entscheiden sich diese drei Varianten von einander?

Möglichkeit 1: Der Schwimmteich
Stark orientiert an der Funktionsweise eines Sees, kommt der Schwimmteich völlig ohne chemische Reinigung aus. "Den Teich baut man natürlich integriert ins Gelände hinein. Dabei ist eine Teilfläche des Wassers zum Schwimmen und Baden gedacht, die andere wiederum für das natürliche Filtersystem durch Kies", erklärt Retzinger. Man benötige dabei stets rund ein Drittel der Wasseroberfläche, die als sogenannte Retentionsfläche genutzt werde. "Damit meint man eine Kiesfläche mit Pflanzen. Diese Fläche fungiert dann wie ein Schilfgürtel, wie man ihn von Seen kennt. Das Gewässer baut mit dem Kiesfilter einen Biofilm auf, eine Schlickschicht, die für die Reinheit des Gewässers verantwortlich ist." Erst wenn der Biofilm mit den Jahren stärker und dicker werde, müsse man ihn teilweise aussaugen - den Rest erledige die Natur. "Den Schwimmteich muss man normalerweise nicht reinigen. Man sollte nur darauf achten, dass man vor dem Schwimmen duscht, um beispielsweise Sonnencreme abzuwaschen." Hin und wieder sei es notwendig, Wasser nachzufüllen, wenn viel Wasser verdunstet sei. Die Wasserqualität des Schwimmteichs verändere sich ebenso wie bei einem See mit den Jahreszeiten. "Im Frühjahr und Herbst ist das Wasser recht klar, im Sommer hingegen kann es bei länger anhaltender Hitze etwas trübe werden." Aufgrund seiner natürlichen Beschaffenheit sei es nicht möglich, den Schwimmteich zu beheizen. "Die Nachfrage nach Schwimmteichen ist nicht besonders hoch - trotzdem schwören manche meiner Kunden auf das Naturgefühl, das mit ihm einhergeht", erklärt Retzinger. Ein technisches Hilfsmittel, um den See sauber zu halten, sei trotz des Wunsches nach Natürlichkeit jedoch ratsam: ein Skimmer, der für die Reinigung der Wasseroberfläche sorgt und beispielsweise Laub und andere Verunreinigungen entfernt.

Möglichkeit 2: Der Naturpool
Wie der Schwimmteich basiert der Naturpool auf einem Kiesfilter, um die Wasserqualität zu gewährleisten. Zusätzlich lässt sich bei dieser Form des Pools zum Kies Beton mengen. "Diesen Beton foliert man, sodass er vom Wasser nicht beeinträchtigt wird", erklärt Retzinger. Einen Teil des Kieses durch Beton zu ersetzen sei vor allem im Sinne einer platzsparenden Bauweise. "Je mehr Beton, desto weniger Fläche benötige ich für den Kies." Ein gewisser Kiesanteil ist jedoch für die natürliche Filterung des Wassers notwendig. "Der Grundunterschied vom Naturpool zum Schwimmteich ist der, dass der natürliche Filter durch technische unterstützt wird, um die Wasserqualität aufrechtzuerhalten." Zusätzlich zum Kiesfilter und dem Skimmer setzt man bei einem Naturpool einen Glasperlenfilter ein, der den Schwimmbereich feinfiltriert. "Der Skimmer saugt das Wasser ab und befördert es in den Glasperlen- und den Kiesfilter, die wiederum das gereinigte Wasser über Einströmdüsen in den Pool abgeben." So sei es möglich, klares Wasser ohne Einsatz chemischer Hilfsmittel zu erreichen. Der Kiesfilter wird im Frühjahr gespült, um ihn von abgestorbenen Organismen und anderen Verschmutzungen zu reinigen. "Das sorgt wiederum für eine verbesserte Wasserqualität."
Die Nachfrage nach Naturpools sei steigend. "Es wird sehr geschätzt, dass der Naturpool ohne Chemie auskommt." Grundsätzlich seien Naturpools beheizbar. "Das ist natürlich wie immer eine Kostenfrage. Einen Pool im Winter zu beheizen ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll, aber im Frühjahr und Herbst, wenn das Wasser noch nicht oder nicht mehr warm genug ist, kann man schon etwas zuheizen." Möglich sei das mit einem Wärmetauscher über die Hausheizung oder mit einem Standgerät im Garten.

Möglichkeit 3: Der Chlorpool
Die Nachfrage nach dem klassischen Chlorpool sei stetig, erklärt Retzinger. "Hier wird rein mit Beton und speziellen Poolsteinen gearbeitet." Das Wasser wird über einen Skimmer, Einströmdüsen und einen Sandfilter gereinigt. Für eine gute Wasserqualität ist es notwendig, monatlich Chlor in Form von Tabletten und Granulat zuzufügen und den pH-Wert des Wassers regelmäßig zu überprüfen. "Der Vorteil eines Chlorpools ist, dass man ihn im Gegensatz zum Schwimmteich und Naturpool überdachen und das ganze Jahr über beheizen kann." Kostenintensiv sei ein solches "Minihallenbad" jedoch trotz Überdachung. "Es empfiehlt sich auch hier, beim Schwimmen mit den Jahreszeiten zu gehen."

Aufgerufen am 12.11.2019 um 03:00 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/garten-energie/teich-oder-pool-schwimmen-im-garten-76786657

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