Garten & Energie

Smart Gardening - technologische Gartenbewirtschaftung

Im modernen Garten kommen sowohl smarte Techniken sowie natürliche Bewirtschaftung gleichzeitig zum Einsatz. Wie das gehen soll erfahren Sie hier.

Wem die vielen Kochshows im Fernsehen schon beim Hals raushängen, der sollte selbst zur Tat schreiten. Das gilt nicht nur fürs Kochen, sondern vor allem auch für die Zutaten dazu. Ein eigener Garten oder zumindest eine Terrasse sind da Gold wert. Dort lassen sich viele Produkte für die Küche selbst ziehen, vom Pflücksalat bis zu Kräutern.

Kombination aus technologischer und natürlicher Gartenbewirtschaftung

Das denken sich auch immer mehr Großstadtbewohner und beginnen, selbst zu garteln, auch wenn die Bedingungen dafür suboptimal sind. Doch egal ob man selbst Grund und Boden hat, Dachterrassen kultiviert oder ein Stückchen Land mietet - wer geschickt an die Sache herangeht, kann sich rasch über Erfolge freuen. Um eine hochwertige Ernte einzubringen und gleichzeitig die Arbeit mit den Pflanzen zu erleichtern, kommen im modernen Garten sowohl smarte Technik als auch natürliche Bakterien, sogenannte Mikroorganismen, zum Einsatz. Martin Öller, Gründer des Smart-Home-Anbieters Loxone, und Lukas Hader, Geschäftsführer von Multikraft, zeigen, wieso technologische und gleichzeitig natürliche Gartenbewirtschaftung kein Widerspruch ist.

Optimale Bedingungen durch smarte Bewässerung

Smarte Lösungen kommen nicht nur innerhalb der eigenen vier Wände zum Einsatz, sie unterstützen und erleichtern auch die Bewirtschaftung des eigenen Gartens, beispielsweise durch eine intelligente Bewässerung. Denn für gute Ergebnisse und widerstandsfähige Pflanzen ist regelmäßiges Gießen besonders wichtig. "Die optimale Feuchtigkeit fördert die Wurzelbildung, das Keimen, Blühen und Fruchten von Pflanzen und ist somit für das ideale Gedeihen von entscheidender Bedeutung", sagt Hader. Für kräftige Pflanzen und eine reichhaltige Ernte spielen dabei vor allem Zeit und Menge der Bewässerung eine große Rolle. Eine smarte Bewässerung sorgt hier für eine ideale Bodenfeuchte - ohne einen einzigen Handgriff. "Ein intelligentes System sorgt für eine auf die Feuchtigkeit des Bodens angepasste Bewässerung. Es wird also nur dann gegossen, wenn es auch nötig ist. Dadurch kann für die Pflanzen optimale Feuchtigkeit garantiert und zugleich Wasserverschwendung vermieden werden", erklärt Öller die Vorteile der smart Gardening-Technik gegenüber klassischen Bewässerungsanlagen. Zudem kann durch die Anbindung an den Server das Bewässerungsverhalten auch an die Wetterprognose angepasst werden. Steht Regen bevor, bleibt das Bewässerungsventil geschlossen und das Wasser wird gespart. Der Nutzen eines Smart Homes reicht somit über die eigenen vier Wände hinaus und nimmt dem Haus- und Gartenbesitzer dadurch in Summe mehr als 50.000 Handgriffe im Jahr ab.

Natürliche Pflanzenstärke durch nützliche Bakterien

"Smart" in Bezug auf den Garten ist aber nicht zwangsläufig nur mit Technik verbunden. So kommen im modernen Gartenanbau zur Pflanzenstärkung und zur Abwehr von Schädlingen keine künstlichen Mittel, sondern rein natürliche Helfer zum Einsatz. Hader über die Vorteile: "Durch Beigabe von effektiven Mikroorganismen ins Wasser und direktes Besprühen der Pflanzen wird die natürliche Abwehrkraft der Pflanzen gestärkt. Zudem wird ein Milieu geschaffen, das Nützlinge, die natürlichen Feinde von Schädlingen, anzieht." Diese Mikroorganismen bestehen dabei aus einer Mischung von natürlichen und nützlichen Lebensmittel- und Bodenbakterien sowie Pilzen. Diese natürlichen Helferlein machen die Verwendung von Kunstdünger und Pestiziden obsolet, die auf lange Sicht mehr Schaden anrichten als helfen.

Ressourcenschonende Bewässerung durch Zisternen und Wassertonnen

Sich verändernde Klimaverhältnisse sorgen für immer extremere Wetterbedingungen, wodurch es zu langen Trockenphasen kommen kann. So wurden von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik im Jahr 2017 entlang der Alpennordseite sowie in Kärnten und in der Oststeiermark zwar 30 Prozent mehr Niederschlag gemessen, entlang und nördlich der Donau sowie im Wiener Becken, im Burgenland und im Süden der Steiermark war es jedoch um zehn bis 25 Prozent zu trocken. In manchen Regionen führte das zwischenzeitlich zu Wasserknappheit.Um deshalb auf einen gut versorgten Garten nicht verzichten zu müssen, werden Zisternen und Regentonnen immer beliebter. "Dank moderner und smarter Technologien sind diese Anlagen nicht nur kostengünstig und umweltfreundlich, sie können ebenfalls intelligent agieren und so dem Hobbygärtner einige Handgriffe abnehmen. So bleibt mehr Zeit für die direkte Pflege des Gartens oder um ihn einfach zu genießen", sagt Öller.
Eine Verknüpfung mit dem Smart Home sorgt dafür, dass man immer über den aktuellen Wasserstand informiert ist. Wird eine kritische Marke unterschritten, schaltet sich die Pumpe in der Zisterne automatisch aus, um so Schäden durch Luftansaugung zu vermeiden. Um die Wasserqualität dauerhaft zu stabilisieren und die Entstehung von Fäulnis zu verzögern, können auch hier Mikroorganismen eingesetzt werden. "Hierfür gibt es eigens entwickelte Keramikteilchen, die mit diesen nützlichen Mikroben angereichert sind. Neben den bereits erwähnten Vorteilen verringern die Mikroorganismen die Oberflächenspannung und sorgen dafür, dass Nähr- und Mineralstoffe von den Pflanzen besser aufgenommen werden können", führt Hader aus.

Aufgerufen am 26.08.2019 um 11:58 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/garten-energie/smart-gardening-technologische-gartenbewirtschaftung-71352040

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