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Pflanzenpflege - Nichts geht ohne Düngen und Gießen

Pflanzenpflege muss sein. Auch beim Düngen und Gießen kommt es auf den Zeitpunkt, die Menge und die Qualität an.

Gießen und Düngen sind im Garten wichtig: Allerdings zur richtigen Zeit im richtigen Ausmaß.  SN/www.bilderbox.com
Gießen und Düngen sind im Garten wichtig: Allerdings zur richtigen Zeit im richtigen Ausmaß.

Das A und O der Pflanzenpflege ist das Düngen und Gießen. Das heißt nicht automatisch, dass viel davon auf jeden Fall gut ist. Auf die richtige Dosierung und den richtigen Zeitpunkt kommt es an.

Fragen und Antworten zum Thema Gießen

Lebt man in einem niederschlagsreichen Land wie Salzburg, ist das Gartengießen eine Fleißaufgabe, die lediglich meditativen Charakter hat. Kann ja durchaus entspannend sein, am Abend den Schlauch zu zücken und den ganzen Garten einzuwascheln. Nötig bzw. sinnvoll ist es nicht. Der Grundwasserspiegel ist bei uns im Regelfall hoch genug, sodass die Bodenschichten auch ohne Wassergaben gut durchfeuchtet sind. Die Pflanzen suchen sich ihr Wasser schon. Das gilt auf jeden Fall für mehrjährige Pflanzen wie Bäume, Sträucher und Blütenstauden.

Welche Pflanzen müssen zusätzlich bewässert werden?
Einjährige Pflanzen, deren Wurzelsysteme nicht so weit nach unten reichen, müssen meist schon bewässert werden. Wann das sinnvoll ist? Wenn sie leichte Welkerscheinungen zeigen, ist es noch früh genug und auf jeden Fall gesünder für die Wurzel, als durch ständige Bewässerung ein "Sumpf-Feeling" aufkommen zu lassen. Gänzlich auf Bewässerung verzichten kann man bei im Garten ausgepflanzten Rosen. Rosen sind Tiefwurzler, man darf ihnen schon zutrauen, dass sie sich weit genug hinunterarbeiten, um ausreichend zu Wasser zu kommen.
Bei langen Hitzeperioden (ab zwei Wochen mit Temperaturen über 30 Grad) freuen sich dagegen auch im Boden sitzende Pflanzen über zusätzliches Wasser. Besonders wenn sie über Tiefgaragen mit geringer Erdauflage wachsen.

Wie müssen Pflanzen in Gefäßen gegossen werden?
Im Gefäß haben wir eine komplett andere Situation: Wenn das Wasser aus ist, ist es aus, und egal wie toll die Pflanze das Gefäß durchwurzelt hat, hier gibt's keinen Wassernachschub aus der Tiefe. Dann heißt es regelmäßig bewässern, was bei einer gewissen Menge an Töpfen, Trögen und Balkonkisterln durchaus zeitaufwendig sein kann. Automatische Bewässerungen mit Zeituhr oder Feuchtefühler lohnen sich hier bald. Wichtig: ein Wasseranschluss im Freien. Durch Zugabe von Geohumus zur Blumenerde, einem Gemisch aus Gesteinsmehl und organischen Polymeren, kann man den Gießrhythmus ausdehnen. Die wasserspeichernden Polymere nehmen das Dreifache ihres Volumens an Wasser auf und geben es peu à peu wieder ab, sodass man mal übers Wochenende wegfahren kann, ohne dass die Blumen in Gefäßen vertrocknen.

Fragen und Antworten zum Thema Düngen

"Von nix kommt nix" heißt ein schöner Spruch, der wahrer nicht sein kann. Ganz erstaunt reagieren manchmal Blumenfreunde auf den Tipp, man möge seinen Balkonblumen wöchentlich Nahrung, sprich Dünger, zukommen lassen. Und es ist ja oft wirklich erstaunlich, wie lang Pflanzen ohne jeden Dünger durchhalten.

Aber woher bitte sollen vier bis fünf Pflanzen, die sich einen Kisterlmeter Wurzelraum teilen, die Kraft nehmen, monatelang zu wachsen und zu blühen, wenn das Einzige, das man ihnen zukommen lässt, Wasser ist? Düngen bedeutet Pflanzenernährung.

Ist Dünger giftig?
Ein Dünger hat absolut nichts mit Gift zu tun, sondern besteht im Wesentlichen aus Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium, im Idealfall noch angereichert mit Spurenelementen wie Eisen, Mangan und Kupfer. Ob man diesen Dünger in organischer oder mineralischer Form ausbringt, ist Anschauungssache, die Pflanze selbst ist einfach nur glücklich, wenn sie die benötigten Nährstoffe in welcher Form auch immer bekommt. Ob flüssig oder fest, mit Langzeitwirkung oder nicht, Blaukorn oder Knochenmehl, ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die Pflanzen überhaupt Nährstoffe bekommen.

Wie sollte man den Dünger dosieren?
Dosiert wird Dünger nicht Pi mal Daumen, sondern nach Packungsanleitung, denn ein Zuviel kann durchaus schaden. "In der Natur düngt auch niemand", höre ich oft als Gegenargument, wenn ich auf regelmäßige Pflanzenernährung poche. Das ist schlichtweg falsch.

Wie düngt sich die Natur selbst?
Die Natur düngt sich in einer Tour selbst und ständig. Und zwar hauptsächlich organisch. Ein schönes Beispiel ist die Birke: Wer so einen ständigen "Mistbaum" in der Nähe hat, weiß, dass er ununterbrochen organische Masse bildet, die er dann wieder abwirft. Im Frühling die Blütenkätzchen, im Sommer die Früchte, im Herbst die Blätter.
Und in der Natur geht kein penibler Gartenbesitzer her und räumt jedes Fuzerl weg, sondern diese organische Masse zersetzt sich auf dem Boden, wird mineralisiert und von der Pflanze wieder aufgenommen. Deswegen schauen Rasenflächen oft so arm aus: Jahrelang wird alle zwei Wochen gemäht, das Schnittgut wird in der Biotonne oder auf dem Kompost entsorgt und nicht ein Hauch von Nährstoffen wird den Gräsern gegönnt. Kein Wunder, wenn mehr Moos als Gras wächst. Sie essen gern regelmäßig? Ihre Pflanzen auch!

Quelle: SN

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Aufgerufen am 24.10.2019 um 05:08 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/garten-energie/pflanzenpflege-nichts-geht-ohne-duengen-und-giessen-72944665

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