Garten & Energie

Energiesparend Bauen - Der Weg zum CO2-neutralen Haus

Von der Solaranlage über die Luftpumpe bis hin zur Wärmedämmung: Wer heutzutage ein Haus baut kann künftig enorm an Energiekosten sparen.

Mit der Verwendung nachhaltiger Energie und einer entsprechenden Bauweise gelingt es bereits, Häuser zu bauen, die sich ausschließlich erneuerbarer Energie bedienen. SN/istockphoto/brianajackson
Mit der Verwendung nachhaltiger Energie und einer entsprechenden Bauweise gelingt es bereits, Häuser zu bauen, die sich ausschließlich erneuerbarer Energie bedienen.

Den ökologischen Fußabdruck zu verringern ist ein Vorsatz, der angesichts der aktuellen Umweltsituation nicht nur löblich, sondern notwendig ist. Ein entscheidender Aspekt findet sich dabei auch bei einem sehr alltäglichen Thema: dem Wohnen. Denn in welcher Behausung man lebt, nimmt entscheidenden Einfluss auf den persönlichen CO2-Verbrauch. "Die nachhaltigsten Gebäude entstehen dann, wenn von Anfang an ein funktionierendes Gesamtkonzept überlegt wurde", erklärt Ingeborg Straßl, Expertin im Bereich Bautechnik am Salzburger Institut für Raumordnung und Wohnen. Wer vor dem Bau eines neuen Hauses stehe, habe in puncto energiesparenden Wohnens die Wahl zwischen zwei Bauweisen: dem Leicht- und dem Massivbau. Während der Leichtbau vorwiegend aus Holz besteht, sind die Materialien des Massivbaus Ziegel und Beton. "Man kann nicht sagen, dass eines von beiden besser wäre - vielmehr geht es darum, mit welcher Energieversorgung man sie kombiniert." Darum haben die Hausbesitzer die Qual der Wahl: Massiv- oder Leichtbau?

Energie sparen durch einen Massivbau

Die Resistenz gegenüber Temperaturschwankungen, wie sie in einigen Monaten durchaus vorkommen könnten, sei ein entscheidender Vorteil von Massivbauwerken - vorausgesetzt sie sind entsprechend isoliert. "Wenn es nachts minus zwei und tagsüber plus siebzehn Grad hat, ist es in einem modernen, massiv gebauten Haus nicht mehr notwendig, die Heizung nachts voll aufzuheizen und tagsüber wieder komplett runterzuschalten." Vielmehr seien es der massive Ziegelbau und die Betonelemente, die die Wärme speicherten. "Dabei gilt: Je schwerer die Baumaterialien, desto mehr Speichermasse haben sie und verhindern, dass dem Gebäude zu viel Wärme von draußen entzogen wird." Eine zusätzliche Wärmedämmung, die in den Wänden eingearbeitet sei, habe sich zudem mittlerweile etabliert. Teils seien diese aus einer Polystyrol-Basis hergestellt, teils auch aus alternativen Dämpfstoffen wie Cellulose, Holz- oder Hanffaserleichtplatten. "Es gibt eine große Vielfalt an Materialien, die sich für das Dämmen eignen, die sehr unterschiedlich sind und verschiedene Anwendungsbereiche erfüllen." Ein weiterer Vorteil eines Massivbaus sei dessen Schallschutz. Auch hier spiele die Dämmung eine entscheidende Rolle. "EPS-Polystyrol, das standardmäßig verwendet wird, wirkt eher als Resonanzkörper. Zur Dämmung der Schallwellen eignen sich Steinwolle oder Cellulose."

Energie sparen durch einen Leichtbau

Im Kontrast zum Massivbau bestehen Leichtbauten im Wesentlichen aus Holzkonstruktionen, wie Straßl erklärt, "es handelt sich um Holzständer und Holzrahmen, die mit einer Zwischenfüllung zur Dämmung zusammengesetzt werden". Als Dämmstoff komme häufig Cellulose, recyceltes Papier, zur Verwendung. "Bei der Holzbauweise und der Verwendung von Cellulose ist es natürlich besonders wichtig, dass keine Feuchtigkeit in das Material eindringt. Mit Folien, die auf das Material geklebt werden, verhindert man das." Durch genannte Dämmstoffe sei es auch in einem Haus aus Holz möglich, nur ein geringes Maß an Wärme an die Außenumgebung zu verlieren.

Energies sparen mit Pumpen und Solaranlagen

Auch in einem nachhaltig gebauten Haus ist Energie und die Möglichkeit, zu heizen und Warmwasser herzustellen, zumeist vonnöten. Statt auf fossile Brennstoffe wie Öl oder Gas lässt sich beim Heizen mithilfe unterschiedlicher Pumpen jedoch auf erneuerbare Energie zurückgreifen. Dabei hat man die Wahl zwischen einer Luft-, einer Wasser- oder einer Erdwärmepumpe, die sich dem Namen entsprechend der Energie der Luft, der Erdwärme oder des Grundwassers bedienen. "Es handelt sich dabei immer quasi um das System eines umgekehrten Kühlschranks. Ein Medium wird abgekühlt und ein anderes dafür erwärmt." Bei den Pumpen handle es sich um eine verhältnismäßig einfache Technologie, die bereits gut erprobt sei. Ebenso wie der Kühlschrank benötigen auch die Pumpen Strom, um zu funktionieren. Diese Energie lässt sich beispielsweise mit Solaranlagen generieren. "Photovoltaikanlagen lassen sich ideal mit einer Pumpe kombinieren - die Energie wird rein über die Sonne gewonnen und versorgt nicht nur den Haushalt mit Strom, sondern auch das Haus mit Wärme." Mit thermischen Kollektoren sei es zusätzlich möglich, warmes Wasser herzustellen.

Energie sparen mit ensprechenden Belüftungssystemen

Eine besondere Möglichkeit von Passivhäusern liege darin, ausschließlich über ein entsprechendes Belüftungssystem Wärme zurückzugewinnen und das Haus dann auf diese Weise zu beheizen. "Diese Häuser sind im Idealfall so gut gedämmt, dass sie nur minimal Wärme nach draußen abgeben." Den notwendigen Luftaustausch könne man mit einer Lüftung optimal erreichen - und das, ohne das Fenster jemals öffnen zu müssen. "Natürlich darf man das Fenster dann trotzdem weiterhin aufmachen. Allerdings ist das Raumklima mit einer entsprechend professionellen Lüftung wesentlich besser, die Temperatur ist im gesamten Raum dieselbe. Das wird gemeinhin als sehr angenehm empfunden."

Auch mit energieeffizienten Sonnenschutzsystemen können Sie Energie und Geld sparen. Alle Infos dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 05.07.2020 um 04:05 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/garten-energie/energiesparend-bauen-der-weg-zum-co2-neutralen-haus-67587961

Schlagzeilen