Finanzierung & Recht

Immokredite: Steigen die Zinsen 2021?

Die Zinsen für Immobilienkredite sind gegenwärtig niedrig wie nie. Durch das unsichere konjunkturelle Umfeld infolge der Pandemie könnte es zu leichten Erhöhungen kommen.

Die Zinsen für eine Immobilienfinanzierung könnten künftig steigen.  SN/bernhard schreglmann
Die Zinsen für eine Immobilienfinanzierung könnten künftig steigen.

Die Auswirkungen der weltweiten Coronapandemie halten die Zinsen für Immobiliendarlehen auch im Februar auf sehr günstigem Niveau. Darauf verweist Interhyp, ein Vermittler für private Immobilienfinanzierungen in Österreich, in seinem neuesten Trendbarometer. "

Immobilienkreditzinsen werden günstig bleiben

Die Pandemie hat die Märkte fest im Griff. Die Zentralbanken setzen ihre lockere Geldpolitik fort und die wirtschaftliche Unsicherheit bewirkt weiterhin eine starke Nachfrage nach sicheren Anleihen und Pfandbriefen. In diesem Umfeld werden Immobilienkreditzinsen in den nächsten Monaten günstig bleiben", erklärt Mirjam Mohr, Vorständin Privatkundengeschäft bei Interhyp.

Im aktuellen Wohnkreditzins-Trendbarometer gehen die befragten Experten in Deutschland und Österreich auf Halbjahres- und Jahressicht von leicht steigenden Bauzinsen aus. Mögliche Konjunkturerholungen durch Impferfolge und Inflationserwartungen fließen dabei in die Bewertung ein.

Die Geldschleusen bleiben offen

Die amerikanische Notenbank Fed und die Europäische Zentralbank EZB haben bei ihren ersten geldpolitischen Sitzungen Ende Jänner ihren Kurs beibehalten und die Leitzinsen unverändert niedrig gehalten. Dass die geldpolitischen Schleusen weit geöffnet bleiben, ist laut Interhyp mit Blick auf die Coronakrise wenig verwunderlich. "Auch wenn die Impfungen in vielen Ländern angelaufen sind, zeigen Virusmutationen und Infektionszahlen, wie unberechenbar die Pandemie bleibt", sagt Mohr. Die meisten Regierungen hätten die Lockdowns weltweit verschärft oder verlängert.

Bestzinsätze für Österreich

"Aktuell sehen wir bei Interhyp Österreich Bestzinssätze für variable Kredite bei 0,3 Prozent nominal, effektiv 0,6 Prozent", ergänzt Andreas Luschnig, Interhyp-Niederlassungsleiter in Wien. Für zehnjährige Fixzinsbindungen liegen derzeit die besten Zinssätze bei 0,6 Prozent nominal und 0,9 Prozent effektiv - bei einer Kreditsumme von 300.000 Euro und einer Laufzeit von 30 Jahren. Im Mittel liegen die Angebotszinsen derzeit ebenfalls bei 0,6 Prozent nominal und 0,9 Prozent effektiv.

Inflationszahlen könnten wieder wichtiger werden

Trotz der konjunkturellen Rückschläge durch die europaweiten Lockdowns könnten die Inflationszahlen laut Interhyp künftig wieder mehr in den Fokus rücken. "In Österreich hat sich zwar die Teuerungsrate insgesamt im vergangenen Jahr um 0,1 Prozentpunkt auf 1,4 Prozent abgeschwächt", betont Luschnig, "doch die Treiber der Teuerung waren vor allem Wohn-, Wasser- und Energiepreise." So seien laut Statistik Austria die Mietpreise 2020 um durchschnittlich 4,1 Prozent gestiegen, das sei stärker als im europäischen Durchschnitt. Analysten halten einen leichten Anstieg der Inflation sowie ein Anziehen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte deshalb für möglich. "Dies könnte auch die Zinsen für Hypothekarkredite leicht nach oben drücken. Aber das Aufwärtspotenzial ist begrenzt", erklärt der Experte.

Nachfrage nach Staatsanleihen zu Jahresanfang weiterhin hoch

Die Nachfrage nach österreichischen Staatsanleihen, an deren Entwicklung sich die Bauzinsen orientieren, ist in den ersten Wochen des Jahres hoch geblieben und hat für anhaltend niedrige Renditen von rund minus 0,4 Prozent gesorgt. Luschnig: "Wir raten angesichts der Finanzierungsbedingungen und der Entwicklung der Mietpreise, die Rechnung Kaufen statt Mieten aufzumachen."

Aufgerufen am 26.02.2021 um 11:20 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/finanzierung-recht/immokredite-steigen-die-zinsen-2021-99818137

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