Bauen & Wohnen

Zwei Drittel haben Homeoffice-Bereich

Den Trend zu Hause zu arbeiten gab es schon vor der Pandemie. Wiener haben mehr Möglichkeiten als Tiroler oder Vorarlberger.

Viele haben nicht nur wegen Corona einen eigenen Homeoffice-Bereich. SN/pikselstock - stock.adobe.com
Viele haben nicht nur wegen Corona einen eigenen Homeoffice-Bereich.

Vermehrt zu Hause zu arbeiten ist in vielen Firmen gekommen, um zu bleiben, wenn auch in unterschiedlichen Ausprägungen. Wie die Österreicherinnen und Österreicher ihren Heimarbeitsbereich organisiert haben und wo gearbeitet wird, dem ist die aktuelle Trendstudie "Das Zuhause im Wandel - Wohnen und Arbeiten unter einem Dach" der Integral Markt- und Meinungsforschung nachgegangen.

Homeoffice-Bereich im eigenen Zuhause

68 Prozent der Berufstätigen verfügen demnach in den eigenen vier Wänden über einen Homeoffice-Bereich. Bezogen auf diejenigen, die zumindest fallweise zu Hause arbeiten, liegt die Homeoffice-Quote sogar bei 85 Prozent. In dieser Gruppe kann sich jeder Zweite in ein eigenes Arbeitszimmer zurückziehen, drei von zehn müssen mit einem Bereich vorliebnehmen, der nicht räumlich getrennt ist. Zwei Jahre nach Beginn der Pandemie arbeiten immer noch 15 Prozent derjenigen, die zumindest fallweise zu Hause arbeiten, irgendwo in der Wohnung, weil es keinen eigenen Arbeitsbereich gibt.

Was sich zeigt: Bereits vor der Pandemie waren viele Wohnungen mit einem Bereich für das Arbeiten zu Hause ausgestattet. Nur 15 Prozent der heimischen Erwerbstätigen geben an, den Homeoffice-Bereich aufgrund der Pandemie erstmals geschaffen zu haben. Beinahe ebenso viele (13 Prozent) hatten bereits einen Bereich zu Hause, der für das Arbeiten vorgesehen war, den sie aber aufgrund von vermehrter Heimarbeit umgestaltet haben. Die Schaffung eines neuen Homeoffice-Bereichs bzw. die Umgestaltung des bestehenden Bereichs in den eigenen vier Wänden ist derzeit nur mehr bei je fünf Prozent der Befragten geplant.

Hohe Zufriedenheit mit dem eigenen Homeoffice

Hoch ist nicht nur die Anzahl der Haushalte, die über einen eigenen Bereich zum Arbeiten verfügen, hoch ist auch die Zufriedenheit mit dem eigenen Homeoffice. 40 Prozent derer, die einen eigenen Bereich dafür haben - egal ob ein eigenes Arbeitszimmer oder einen Bereich - und zumindest fallweise von zu Hause arbeiten, sind zumindest sehr zufrieden. Knapp ebenso viele (38 Prozent) sind eher zufrieden.

Wer von zu Hause aus in einem eigenen Bereich oder einem Arbeitszimmer arbeitet, hat dafür im Durchschnitt 14,6 Quadratmeter zur Verfügung. Rund jede zweite Person (47 Prozent) nutzt diesen Bereich allein. Weitere 40 Prozent teilen ihn mit jemand anderem. Ausgestattet sind Homeoffices mit einer guten Internetverbindung (92 Prozent), einem eigenen Schreibtisch (87 Prozent), ausreichend Ablagefläche (77 Prozent) und Drucker und/oder Scanner (76 Prozent).

Auch ein zusätzlicher Bildschirm und eine Schreibtischlampe (je 67 Prozent), ergonomische Bürosessel (66 Prozent), externe Mäuse (92 Prozent) und Tastaturen (75 Prozent) sind weit verbreitet. Jede Zweite hat den Bereich mit Pflanzen gestaltet, immerhin 14 Prozent verfügen über einen Besprechungstisch.

Wie die Umfrage zeigt, wurde die Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, durch die Pandemie beflügelt

Jeder Fünften hat die Pandemie Homeoffice erst ermöglicht, für ebenso viele war es zwar davor schon eine Option, aber nicht in diesem Ausmaß. Die Möglichkeit, tatsächlich von zu Hause aus zu arbeiten, haben 47 Prozent der Berufstätigen.

Im regionalen Vergleich ist das in Wien überdurchschnittlich häufig möglich (61 Prozent), unterdurchschnittlich sind die Möglichkeiten im Westen. In Tirol und Vorarlberg können nur 37 Prozent zumindest fallweise von zu Hause arbeiten.

Wer zumindest fallweise daheim arbeitet, bewertet zum Teil auch den Stellenwert des eigenen Zuhauses neu: 61 Prozent derer, die Homeoffice nutzen, geben an, dass es für sie durch das Arbeiten in den eigenen vier Wänden wichtiger geworden ist, sich im eigenen Zuhause wohlzufühlen. Das zieht sich durch alle Altersgruppen und alle Geschlechter. Am meisten Zustimmung findet diese Aussage unter denen, die zu 100 Prozent von zu Hause arbeiten. Unter ihnen ist es acht von zehn wichtiger geworden, sich in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen.

Arbeiten daheim wirkt sich oft positiv auf die Work-Life-Balance aus

Was sich auch zeigt: Homeoffice wirkt sich in vielen Fällen positiv auf die Work-Life-Balance aus. So sagen 58 Prozent der Befragten, dass sie sich verbessert hat. Überdurchschnittlich oft sagen das Männer (63 Prozent) und unter 30-Jährige (67 Prozent).

Im Branchenvergleich zeigt sich, dass insbesondere Beschäftigte im Dienstleistungssektor (62 Prozent) und in der Verwaltung beziehungsweise im öffentlichen Bereich (48 Prozent) die Möglichkeit haben, den Arbeitsplatz in die eigenen vier Wände zu verlegen. Im Gewerbe, der Industrie und in der Baubranche ist es 39 Prozent möglich, zu Hause zu arbeiten, im Handel 38 Prozent und in Gastronomie und Hotellerie nur 29 Prozent.

Unter den Selbstständigen können drei Viertel von zu Hause arbeiten, leitende Angestellte zu 58 Prozent, nicht leitende zu 55 Prozent. Am wenigsten Möglichkeit (14 Prozent) haben Arbeiterinnen und Facharbeiter.

Für 53 Prozent der Erwerbstätigen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren stellt Homeoffice keine Möglichkeit dar. Die Mehrheit (56 Prozent) dieser Personen würde aber gern von zu Hause arbeiten, so die Arbeit es ermöglicht. Überdurchschnittlich stark wünschen sich dies unter 30-Jährige und Höhergebildete.

Aufgerufen am 04.12.2022 um 07:01 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/zwei-drittel-haben-homeoffice-bereich-121074265

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