Bauen & Wohnen

Wohnraum 2021: Gleichzeitig Heim und Büro

Ein einziges Jahr hat das Leben in Österreich gehörig durcheinandergewirbelt. Immer mehr Menschen arbeiten nun auch von zu Hause aus. Das hat auf die Wohnraumgestaltung und die Einrichtung große Auswirkungen. Bei wenig Platzangebot sind pfiffige Ideen gefragt.

Durchdachte Möbel können sogar im Wohnzimmersofa Platz für einen Laptop schaffen. SN/arno greiner
Durchdachte Möbel können sogar im Wohnzimmersofa Platz für einen Laptop schaffen.

Die Trends sind eindeutig. Vor allem die Bundeshauptstadt Wien, aber auch die Landeshauptstädte und damit auch die Stadt Salzburg haben im Vergleich zur Zeit vor der Krise an Beliebtheit eingebüßt. Die Gewinner sind kleinere Bezirksstädte mit guter Verkehrsanbindung. Gärten, Balkone und Terrassen sind noch gefragter als vor der Krise. Das bestätigen auch die Immobilienmakler: Die Suche nach Objekten mit Freifläche war bereits im April 2020 um 20 Prozent, im Mai 2020 sogar um 64 Prozent höher - verglichen mit dem Jahr, als es Corona noch nicht gab. Infolge des Lockdowns hinterfragen die Österreicher nun ihre Wohnsituation und suchen nach Verbesserungsmöglichkeiten.

Ein großes Zuhause im Grün, nah am Arbeitsplatz

Ein Zuhause mit Freiräumen und Grünflächen liegt dabei voll im Trend. Zudem haben Unternehmen vieler Branchen festgestellt, dass Homeoffice nicht nur gut funktioniert, sondern ihnen sogar Geld spart. Die Nähe zum Arbeitsplatz hat dadurch an Wichtigkeit verloren. Ein Homeoffice-Platz ist überall schnell eingerichtet.

Doch wie verändert sich dadurch das Wohnen und sind die Lebensverhältnisse dafür überhaupt eingerichtet? Im Rahmen einer aktuellen Studie ließ die VAV Versicherung die Österreicher zur Nutzung ihres Domizils als Homeoffice beziehungsweise zur Eignung für die Arbeit daheim befragen. 18 Prozent der Befragten halten demnach ihre Wohnung für weniger oder gar nicht geeignet für die Verlagerung des Arbeitsplatzes in ihr Wohnobjekt. Für 29 Prozent ist die Frage des Homeoffice mangels Notwendigkeit oder Gelegenheit nicht relevant. Die Einschätzung als nicht geeignet unter den restlichen Befragten kommt daher auf beachtliche 26 Prozent.

Homworker: Unterschiede zwischen Mietern und Eigentümern

Von den Menschen, die in Eigentum leben, halten 13 Prozent ihr Zuhause für die Fernarbeit für weniger oder nicht geeignet, bei den Mietern sind es 24 Prozent. In Summe äußerte sich aber knapp mehr als die Hälfte der Befragten zustimmend: Immerhin 22 Prozent der Probanden bezeichneten ihr Heim als sehr geeignet, 29 Prozent als zumindest einigermaßen passend. 39 Prozent der Homeworker steht ein bereits früher eingerichteter Bereich mit schon früher angeschafften Arbeitsmitteln zur Verfügung. 31 Prozent mussten hingegen Anschaffungen tätigen, um ihr Heimbüro für die neuen, coronabedingten Ansprüche fit zu machen.

Wie kann man in kleineren Wohnungen, Platz für ein Homeoffice schaffen?

Ein Raum, an den man im ersten Moment kaum denkt, der sich aber fürs Homeoffice durchaus eignet, ist das Vorzimmer. Wenn man passendes Mobiliar findet, kann man im Gang durchaus seine Arbeitsplatz-Zelte aufschlagen. Wichtig ist, mit wenigen Handgriffen wieder Raum zum Gehen schaffen zu können. Typisch für dieses "kleine Wohnen", wie es sich aus der gegenwärtigen Situation mit Homeoffice und Schule zu Hause zwangsläufig ergibt, ist es, Möbel nacheinander verschieden zu nutzen. So lässt sich der Frühstückstisch nach der Mahlzeit mit wenigen Handgriffen in einen Schreibtisch umbauen. Allerdings warnen Experten auch davor, den Esstisch zum Schreibtisch zu machen, zu groß ist der berufliche "Stempel", den dieses sehr private Stück dadurch erhält. Also doch zuerst ein Plätzchen finden, wo sich ein Laptop aufbauen lässt. Auch aus einer Regalwand kann während der "Dienstzeit" eine Arbeitsfläche werden, etwa durch herausklappbare Regalböden. Da sich die nötige Fläche in Zeiten von Laptops und Tablets ohnehin verkleinert, braucht ein Schreibtisch heute nicht mehr 70 Zentimeter tief zu sein. Aus einem flachen Wandmöbel mit 20 Zentimetern Tiefe entsteht durch Klappmöglichkeiten ein Schreibtisch, der wieder verschwindet. Der Einrichtungshandel hat in den vergangenen Monaten auf diese Bedürfnisse reagiert und pfiffige neue Lösungen angeboten. Wer kreativ ist, findet ungenutzte Plätze, etwa Raumecken, die verwendbar gemacht werden, oder weiß mobile Möbel flexibel einzusetzen, etwa einen Hocker als Beistelltisch zu verwenden.

Zimmerwahl entscheidend

Vieles hängt aber von der richtigen Wahl des Zimmers ab. Am besten ist deshalb natürlich ein gut ausgeleuchteter abschließbarer Raum, um Lärmquellen aus anderen Räumen auszublenden. Dann fallen vor allem kreative oder planerische Aufgaben gleich viel leichter.

Aufgerufen am 17.10.2021 um 03:05 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/wohnraum-2021-gleichzeitig-heim-und-buero-100920700

Kommentare

Schlagzeilen