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Schnittholzproduktion:Österreich unter den Top 10

Am heimischen Markt wurden im vergangenen Jahr mehr als zehn Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Österreich ist damit zum neuntgrößten Produzenten der Welt aufgestiegen.

Das kleine Österreich gehört zu den größten Schnittholzproduzenten der Welt. SN/istockphoto/vitranc
Das kleine Österreich gehört zu den größten Schnittholzproduzenten der Welt.

"Erstmals seit 2008 wurden in Österreich wieder mehr als zehn Millionen Kubikmeter Schnittholz produziert. Im Ranking liegt es damit auf Platz neun der größten Produzenten der Welt. Neben dem stark gestiegenen heimischen Absatzmarkt für Holzprodukte aller Art wurden rund 60 Prozent der Holzprodukte exportiert", erklärten Herbert Jöbstl, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, und Carl-Erik Torgersen, Vorsitzender des Holzhandels, anlässlich des internationalen Holztags.

Effekt für das Klima

Holz leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz: Im Rohstoff Holz wird klimaschädliches Kohlenstoffdioxid (CO2) gebunden. Aber nicht nur das: Die Verarbeitung von Holz zeigt einen doppelt positiven Effekt auf das Klima. Einerseits wachsen durch die Nutzung von Holz neue Bäume nach, entweder durch Aufforstung oder auf natürliche Weise, die wiederum Kohlenstoff binden. Andererseits wird in den Holzprodukten - wie beispielsweise Häusern oder Möbeln - Kohlenstoff über deren gesamte Nutzungsdauer gespeichert. Die österreichische Holzindustrie hat im ersten Halbjahr 2019 in ihren Produkten aus der Säge- und Plattenindustrie insgesamt 9,85 Mill. Tonnen CO2-Äquivalent gespeichert. Das entspricht 43 Prozent der Treibhausgasemissionen des gesamten österreichischen Verkehrssektors.

Exportplus von 8,6 Prozent

Der Nadelschnittholz-Export betrug im Jahr 2018 rund 5,9 Mill. Kubikmeter und steigerte sich im Vergleich zum Vorjahr um rund 8,6 Prozent (2017: 5,5 Mill.). Der Exportwert stieg ebenso um 12,7 Prozent auf rund 1,4 Mrd. Euro. Gemeinsam mit allen Sägenebenprodukten und dort weiterverarbeiteten Produkten konnte die Sägeindustrie somit fast 2,4 Milliarden Euro umsetzen. Das entsprach 2018 einer Produktionswertsteigerung von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Exportschlager Holz

Die Tendenz zeigt nach den Exportzahlen des ersten Halbjahres auch 2019 weiterhin nach oben, trotz teils stärkerer Konjunkturrückgänge auf einzelnen Märkten. Italien bleibt mit rund 2,6 Millionen weiterhin das wichtigste Exportland der österreichischen Sägeindustrie. Exportanstiege verzeichnete man 2018 auch nach Deutschland und in andere europäische Staaten.

Großes Potenzial im Holzbau

"Derzeit rangiert der Holzbau in Österreich bei rund 25 Prozent und hätte noch viel Wachstumsmöglichkeit, speziell im mehrgeschoßigen Wohnbau", meint Carl-Erik Torgersen. "Mehr als die Hälfte der in Österreich gefertigten Holzbauten wird in der ganzen Welt errichtet. Das ist wichtig und gut für die Wirtschaft, zeigt aber, dass unser Potenzial, in Österreich mit Holz zu bauen, speziell in den Ballungsräumen von Eisenstadt über Wien bis Bregenz und von Linz bis Klagenfurt, durchaus noch ausbaufähig ist", führt er aus.

Fakten zur Sägeindustrie

Die österreichische Sägeindustrie ist mit rund 6000 Beschäftigten und 1000 Betrieben ein großer und erfolgreicher Industriezweig und sichert in der gesamten Holzwirtschaft rund 300.000 Arbeitsplätze.
Der Holzhandel zählt derzeit insgesamt 3932 aktive Mitglieder. Knapp 50 Prozent der Mitglieder sind im Einzelhandel und 30 Prozent im Großhandel tätig. Für das heurige Jahr wird wieder eine leichte Umsatzsteigerung erwartet. Die Sortimentsstruktur variiert von Rund- und Schnittholz über Plattenwerkstoffe und Halbfertigprodukte bis hin zu Brennholz oder Terrassenböden. Über 45 Prozent der Händler beziehen ihre Ware von heimischen Herstellern.

Quelle: SN

Aufgerufen am 13.10.2019 um 10:44 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/schnittholzproduktionoesterreich-unter-den-top-10-77135698

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