Bauen & Wohnen

Kein Balkon? Kein Problem!

Nachgerüstete Balkone erhöhen die Lebensqualität. Wunsch nach Freiflächen wächst - Balkone sind in Großstädten wie Wien besonders gefragt.

Nachgerüstete Balkone tragen zu mehr Lebensqualität gerade in Städten bei. SN/zoom visual project gmbh
Nachgerüstete Balkone tragen zu mehr Lebensqualität gerade in Städten bei.

Der Wert von Freiflächen hat sich spätestens seit den coronabedingten Lockdowns erneut erhöht. Neben Renditesteigerungen aus Eigentümersicht sorgt ein moderner Balkon für eine Vielzahl von neuen Nutzungsmöglichkeiten für Mieter. Mit der neuen Produktsparte "Smart Balkon" hat sich Rhomberg Bau Wien im "Ersten Wiener Balkonbericht" mit der Nachrüstung und Begrünung von Balkonen beschäftigt und will auf diese Weise mehr private Grünflächen mitten in urbane Regionen bringen.

Teilweise nur 6qm Grünfläche pro Einwohner

Wien hat als eine der lebenswertesten Städte auf den ersten Blick viel Grün zu bieten. Bricht man den Anteil der Grünflächen auf Bezirksebene herunter, zeigt sich allerdings, dass hier ein großes Ungleichgewicht herrscht, das geht aus dem Marktbericht hervor. So stehen in Wien durchschnittlich rund 68 Quadratmeter öffentliche Grünfläche pro Einwohner zur Verfügung, in den inneren Bezirken vier bis neun müssen sich Wiener jedoch mit knapp sechs Quadratmetern zufriedengeben. Dem gegenüber stehen rund 486 Quadratmeter pro Einwohner in Hietzing. Zudem wohnt ein Drittel der Wiener Bevölkerung mehr als 250 Meter von der nächsten öffentlichen Grünfläche entfernt. "Mit privaten Freiflächen kann diesem Ungleichgewicht gezielt entgegengewirkt werden. Bemerkenswert ist in jedem Fall, dass der Anstieg des Wohnungswerts häufig bereits größer ist als die Investitionskosten für einen nachträglichen Balkonanbau", heißt es in dem Bericht.

Nimmt man als Beispiel den achten Wiener Gemeindebezirk, so liegt dieser mit einem Anteil an öffentlichen Grünflächen von 1,83 Prozent weit hinter dem Durchschnitt der gesamten Stadt. Würden etwa alle Bewohner zur gleichen Zeit die vorhandenen Grünflächen nutzen, so hätte man nicht einmal einen Quadratmeter Grünfläche pro Person.

Zudem sind Mietwohnungen, die mit einem Balkon ausgestattet sind, mit 11,5 Prozent in der Josefstadt besonders rar. Zum Vergleich: Im gesamten Wiener Stadtgebiet liegt der Anteil unter allen gelisteten Wohnungen derzeit bei mehr als 37 Prozent. Auffällig ist allerdings, dass es in der Josefstadt mehr Altbauwohnungen als Neubauwohnungen mit Balkon gibt. Die Situation hinsichtlich Eigentumswohnungen zeigt, dass sich neben der kontinuierlichen Preissteigerung in den vergangenen Jahren Wohnungen mit Freifläche deutlich teurer verkaufen ließen. Das zeigen auch die Zahlen: Im vergangenen Jahr verbuchten Immobilienplattformen teilweise über zwei Drittel mehr Suchanfragen für Wohnungen mit Freiflächen.

Balkonnachrüstung mit Begrünung

"Neben dem positiven Einfluss auf Wohnungswert und Vermietbarkeit sehen wir eine große Chance mittels geeigneter Begrünungen im Zuge einer Balkonnachrüstung, die Hitze in der Stadt zu reduzieren. Je nach Standort bietet sich hier sogar eine essbare Begrünung in Form eines Vertikalbeets an", erklärt Simon Battlogg, Geschäftsfeldleiter Digitalisierung und neue Geschäftsmodelle der Rhomberg-Niederlassung in Wien: "Wie das Wetter in den vergangenen Monaten einmal mehr gezeigt hat, haben wir es mit immer mehr Sommertagen und immer heißeren Städten zu tun, was in vielen Bewohnern den Wunsch nach einer eigenen Freifläche hervorruft."

Essentielles für die Errichtung

Mit der neuen Geschäftssparte wolle man freiflächeninteressierte Kunden in puncto Beratung beziehungsweise Anpassung des Wunsch-Balkondesigns unterstützen und diese auch durch den behördlichen Prozess von der Erstellung der erforderlichen Unterlagen für die Einreichung bis hin zur Nachrüstung des Balkons begleiten.

Um einen Balkon erfolgreich nachzurüsten, sind zwei Dinge essenziell: Zum einen bedarf es der Zustimmung aller Eigentümer des Gebäudes, zum anderen muss eine Baugenehmigung der städtischen Baubehörde eingeholt werden. Designtechnisch kennen nachrüstbare Balkonsysteme keine Grenzen, je nach statischer Kompatibilität eignen sich als gängigste Systeme Hänge-, Konsolen- und Stützbalkone. Je nach Nutzung der Freifläche müssen entsprechende Voraussetzungen geschaffen werden, etwa ein Wasseranschluss für das Pflegen von Pflanzen oder ein Stromanschluss für diverse Geräte, etwa auch für Homeoffice-Alternativen. Weiters wird durch modulare Bauweise eine für später angedachte Erweiterung ermöglicht.

Wertsteigerung durch Balkone

Balkonbegrünungen etwa durch Vertikalbeete tragen zur Naturverbundenheit bei, ebenso wird ein Anbau von essbaren Pflanzen ermöglicht, quasi ein eigener "Gemüsegarten", der nicht viel Platz in Anspruch nimmt. "Ein begrünter Balkon ist die nachhaltige Lösung, die gleichzeitig die Wohnqualität des Einzelnen und das Klima der gesamten Stadt verbessert", sagt Battlogg. Dementsprechend steigt die Nachfrage an Freiflächen besonders in urbanen Regionen: "Ein Balkon, auch ein nachgerüsteter, erhöht deshalb nicht nur die Wohnqualität, sondern steigert auch den Wert der Immobilie. Mit der möglichen Anhebung des Mietzinses geht die Steigerung des Verkaufspreises einher, auch im Altbausegment."

Aufgerufen am 28.10.2021 um 10:57 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/kein-balkon-kein-problem-110405746

Kommentare

Schlagzeilen