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Erholsamer Schlaf - Wie bettet man sich richtig

Schlafforschung und Wissenschaft haben es längst bewiesen: Ausreichender, guter Schlaf ist essentiell. Ein gutes Bett ist der erste Schritt zur qualitätsvollen Nachtruhe.

Guter Schlaf braucht gute Bedingungen. SN/getty images/peopleimages
Guter Schlaf braucht gute Bedingungen.

"Das Thema gesunder und guter Schlaf hat in den letzten Jahren eine starke Aufwertung erfahren", sagt Nicolas Tran, Schlafexperte bei Wenatex - Das Schlafsystem. "Wir stellen in unseren Beratungen durch die Bank fest, dass sich auch immer mehr sehr junge Menschen mit ihren Schlafbedürfnissen auseinandersetzen." Er sieht darin die konsequente Fortsetzung eines aktuellen Trends: "Man beobachtet ja ganz allgemein eine Tendenz zu einer gesünderen und achtsameren Lebensweise. Wir richten unser Zuhause mit natürlichen Materialien ein, schauen darauf, uns gut zu ernähren, bewusst zu leben und uns körperlich fit zu halten." Somit sei es eigentlich nur schlüssig, meint er, dass man sich auch mit dem gesunden Schlafen heute intensiver auseinandersetze als noch vor ein paar Jahrzehnten.

Gesunde Nachtruhe

Erholsamer Schlaf ist eine der wichtigsten Grundlagen für die Gesundheit und die Energie, die im Alltag gebraucht wird. "Dazu kann man mit einem guten Schlafsystem so einiges beitragen", sagt der Fachmann. "Natürlich ist es nicht so, dass man mit einer Matratze einen Bandscheibenvorfall kurieren kann. Bestehende Beschwerden lassen sich aber durch gutes und ergonomisches Liegen auf jeden Fall lindern."

Fit durch gesunden Schlaf

Etwa ein Drittel unseres Lebens schlafen wir. Von den 8760 Stunden eines Jahres verbringen wir rund 3000 im Bett, und das ist auch notwendig. Aus der Forschung weiß man, dass viele regenerative Prozesse während der Nachtruhe vonstattengehen, Dementsprechend negativ wirken sich Schlafmangel und Schlafstörungen aus. Beides kann nicht nur zu einem Absinken von Konzentration und Leistungsfähigkeit führen, sondern auf Dauer auch zu vielen Folgeschäden. "Eine schlechte oder gestörte Nachtruhe bringt jeden Menschen um einiges an Lebensqualität", meint der Schlafberater. "Hier kann aber jeder Einzelne selbst ansetzen und einen Betrag dazu leisten, um gesünder und besser zu ruhen."

Die richtige Lage - die richtige Matratze

Ein ganz wichtiger Aspekt ist die richtige, ergonomische Lage. "Während des Schlafs sollte sich der Bewegungsapparat, also Bänder, Gelenke, Wirbelsäule und Bandscheiben, regenerieren", erklärt der Fachmann. "Das Muskel- und Skelettsystem sollte sich von der Belastung des Tages erholen können. Die Voraussetzung dafür ist, dass auf dem Körper in der Nacht nicht neuerlich Druck lastet." Während man sich früher in Fragen der Matratzenqualität zwischen "hart, mittel oder weich" entscheiden musste, liegen die Dinge heute deutlich anders. Stand der Forschung sind heute Systeme bzw. Matratzen, die sich dem Körper anpassen und Druckpunkte ausgleichen, unabhängig davon, wie viel Körpergewicht der darauf Liegende hat. "Auch die weit verbreitete Meinung, dass Menschen mit Rückenschmerzen dauerhaft auf harten Matratze schlafen sollten, wird durch Studien nicht bestätigt", erläutert Tran. "Idealerweise sollte das Schlafsystem flexibel sein und Druckstellen abfedern. Eine gute Matratze bzw. ein gutes Schlafsystem sollte punktuell elastisch sein, sonst aber eher unterstützend wirken." Wer also über ein neues Bett oder eine neue Matratze nachdenkt, sollte sich viel Zeit für eine ausführliche Beratung und für das Probeliegen nehmen. Dafür empfiehlt es sich, möglichst munter zu sein. Warum? Ganz klar: Wenn man müde ist, fühlt sich fast jede Matratze gemütlich an.

Matratze aus Hygienegründen wechseln

Eine herkömmliche Matratze sollte nicht länger als fünf Jahre benutzt werden, vor allem aus Hygienegründen, rät Tran. "Das mag man der Matratze vielleicht äußerlich nicht ansehen, tatsächlich wird das Material stark beansprucht. 0,5 bis 0,8 Liter Flüssigkeit verliert jeder Mensch pro Nacht, die sich dann in den Textilien und in der Matratze absetzen." Das wiederum schafft ideale Bedingungen für Schimmel, der gefährliche Sporen bildet. Aber nicht nur Schimmel ist ungesund. Je länger man Matratzen verwendet, desto günstigere Bedingungen herrschen für Hausstaubmilben. Während des Schlafens erhöht sich die Temperatur im Bett auf 25 bis 30 Grad Celsius, unser Körper gibt Feuchtigkeit ab - ideale Voraussetzungen für die Milben, die sich ungehemmt vermehren. Problematisch für Menschen sind nicht die Milben an sich, sondern ihre Ausscheidungen. Werden diese eingeatmet, kann das zu unangenehmen Folgen führen. Es kommt zu gereizten und geschwollenen Schleimhäuten, Erkrankungen der Atemwege, einer erhöhten Infektionsanfälligkeit, Nebenhöhlenbeschwerden und Kopfschmerzen. Auch allergische Reaktionen sind möglich.

Deshalb: Guter Schlaf muss nicht dem Zufall überlassen werden, sagt der Schlafexperte. "Mit einem guten Bett kann man der eigenen Gesundheit sehr viel Gutes tun."

Quelle: SN

Aufgerufen am 08.08.2020 um 05:22 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/erholsamer-schlaf-wie-bettet-man-sich-richtig-83734546

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