Bauen & Wohnen

Die guten Jahre halten in der internationalen Immobilienbranche an

Die internationale Immobilienbranche rechnet mit einem guten Jahr. Auf allen Teilmärkten herrschen europaweit Zuversicht und Optimismus.

Der Brexit beschert auch den Immobilienexperten viel Unsicherheit.  SN/bernhard schreglmann
Der Brexit beschert auch den Immobilienexperten viel Unsicherheit.

Rund um den Jahreswechsel wagt das international tätige Immobilienberatungsunternehmen CBRE einen Blick ins neue Jahr. "Um es zusammenzufassen: Wir können in Europa auf jeden Fall mit zwei weiteren guten Jahren rechnen, die - so wie es zurzeit aussieht - allerdings leicht hinter den Jahren 2017 und 2018 liegen werden", sagt Andreas Ridder, Managing Director CBRE Österreich und CEE. Die noch unsicheren Faktoren sind der Brexit sowie die wirtschaftliche Situation in Italien. Beides wird die Wirtschaft in Europa beeinflussen. Positiv wirkt sich die Situation der amerikanischen Wirtschaft auf die europäischen Märkte aus.

1. Die Investmentmärkte

Die Investmentmärkte in Europa werden sich laut CBRE auch 2019 weiter gut entwickeln, allerdings werden sie unter dem Niveau des Jahres 2018 liegen. Dies ist auf eine Änderung der Währungspolitik durch die europäische Zentralbank zurückzuführen, aber auch auf eine gewisse Vorsicht aus geopolitischen Gründen. In manchen Ländern - wie auch Österreich - ist der Rückgang auch darauf zurückzuführen, dass es an attraktiven Investmentangeboten mangelt. Grund dafür sind die hohen Investmentniveaus und -aktivitäten in den vergangenen Jahren.

2. Die Büromärkte

Auf den Büromärkten ist die Situation ähnlich. 2019 wird ein gutes Jahr, allerdings verlangsamt sich das Wachstum gegenüber den Vorjahren. Dominierend ist der Technologiesektor, der nach wie vor neue Büroflächen anmietet. Viele Unternehmen suchen mehr und mehr nach modernsten Bürogebäuden mit exzellenter Infrastruktur, die mehr bietet als nur Arbeitsplätze, um für die besten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so attraktiv wie möglich zu sein. "Insgesamt sollten die europäischen Büromärkte im kommenden Jahr um rund fünf Prozent wachsen, das ist weniger als in den Jahren zuvor", erwartet Ridder.

3. Die Retailmärkte

Die Retailmärkte verändern sich vor allem durch das neue Shoppingverhalten der Konsumenten. Überall dort, wo Erlebnis, Services, Freizeiteinrichtungen sowie Food & Beverages angeboten werden, funktionieren die Shoppingflächen. Zudem setzen Retailer mehr und mehr auf weniger Standorte, dafür aber größere Flächen, um ihre Unternehmen und Marken zu inszenieren, wodurch insgesamt weniger Flächen angemietet werden. Rund neun Prozent des Handels in Westeuropa werden inzwischen über Onlineplattformen abgewickelt. "Die negative Stimmung auf den Retailmärkten hat die verstärkten Investmentaktivitäten ein wenig überschattet. Generell stellen wir allerdings fest, dass die Investoren in diesem Bereich viel selektiver geworden sind", analysiert Ridder.

4. Die Logistikmärkte

Die Logistikmärkte sind nach wie vor von Wachstum geprägt. "Die Gründe dafür sind bekannt: Das wachsende Onlinebusiness, aber auch die generelle, sehr gute wirtschaftliche Situation beeinflussen die Logistikmärkte in Europa", sagt Ridder. Sowohl die Mieter als auch die Investoren fokussieren sich auf städtische bzw. stadtnahe Logistikimmobilien.

5. Die Wohnbauten

Wohnbauten verzeichnen das größte Plus bei Investitionen in Europa. In den ersten drei Quartalen 2018 wurde um 21 Prozent mehr in Wohnbauten investiert als im selben Zeitraum 2017. 2019 sollte sich diese Entwicklung linear fortsetzen. Der größte Markt mit einem Anteil von rund 40 Prozent in Europa ist Deutschland. "Investoren diversifizieren ihre Portfolios zunehmend durch Investitionen in Wohnimmobilien, wodurch die hohe Nachfrage in diesem Segment auch im kommenden Jahr anhalten wird. Für das Jahr 2019 erwarten wir auch weitere neue Marktteilnehmer am Wohninvestmentmarkt", blickt Ridder in die Zukunft.

6. Die Hotelmärkte

Die europäischen Hotelmärkte werden durch die wachsende Mobilität und die Begeisterung für Reisen positiv beeinflusst. Die Nachfrage nach Übernachtungsmöglichkeiten wird auch 2019 steigen. Die Einnahmen sind aber eher von höheren Durchschnittsraten pro Übernachtung geprägt als von höherer Auslastung. Die generellen Voraussetzungen für Wachstum auf den Hotelmärkten dürften 2019 günstig sein. Es herrschen also gute Rahmenbedingungen für Investoren. "Auf Basis der generell positiven Performanceerwartungen von Hotelimmobilien ist für 2019 eine verstärkte Aktivität von bisher auf den europäischen Hotelinvestmentmärkten eher zurückhaltenden institutionellen Investoren zu erwarten", sagt Ridder voraus.

Alternativen zu klassischen Investments

Die Investoren weltweit schätzen die Chancen im Bereich der alternativen Investments zunehmend positiv ein. Länderübergreifende Portfolios oder Portfolios, die mehrere Assetklassen umfassen, gewinnen deshalb ebenso an Bedeutung wie Studentenheime, Seniorenresidenzen, Freizeitimmobilien etc. "Wir gehen davon aus, dass die Investoren im kommenden Jahr ihre ,Komfortzone' verlassen werden und immer öfter Alternativen zu ihren klassischen Investments nachfragen, was auch neue Allianzen mit Betreibern, Entwicklern und spezialisierten Investoren nach sich ziehen wird", sagt Ridder.

2019 sollte auch das Jahr werden, in dem sich Proptech-Applikationen (digitale Anwendungen im Immobilienbereich, Anm.) durchsetzen, die einen eindeutigen Nutzen für Mieter wie Investoren bringen. Ridder: "Insgesamt blicken wir zuversichtlich ins nächste Jahr. Nicht nur die Prognosen sind gut, sondern auch die reale Situation auf den Märkten."

Aufgerufen am 22.03.2019 um 03:47 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/die-guten-jahre-halten-in-der-internationalen-immobilienbranche-an-63673720

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