Bauen & Wohnen

Bungalows - Stufenloses Wohnvergnügen

Bungalows werden wieder zunehmend beliebter: Warum? Ein Bungalow bietet den Komfort einer Wohnebene, kombiniert mit den Annehmlichkeiten eines Hauses.

Nicht nur die demografische Entwicklung macht das barrierefreie Bauen und Wohnen im privaten Bereich immer wichtiger und interessanter. Die Gründe dafür, warum manche Menschen auf Treppen und Stufen gern verzichten wollen, sind vielfältig und müssen nicht zwangsläufig etwas mit dem Alter oder körperlichen Beeinträchtigungen zu tun haben: Auch Familien mit kleinen Kindern bringt eine ebenerdige Wohnung ohne Niveausprünge eine Reihe von Erleichterungen.

Auf einer Ebene

Eine Bauform, die dem Bedürfnis nach Barrierefreiheit sehr entgegenkommt, ist jene des Bungalows. Im Allgemeinen wird darunter ein frei stehendes, flaches Einfamilienhaus mit nur einem Geschoß verstanden. Das wichtigste Stilmerkmal: Alle Wohnräume liegen auf einer Ebene. Eine ganz klare Definition eines Bungalows als eigene Bauform wird man aber vergeblich suchen. Der Name, der auf ein Hindi-Wort zurückgeht, bedeutet eigentlich nur "bengalisches Haus". Diese Bezeichnung überlieferte sich von britischen Kolonisten im 18. Jahrhundert, die sich in der Bauweise der einheimischen Hütten Häuser errichten ließen.

Der Kanzlerbungalow

In Deutschland wurden Bungalows um 1960 populär: Das wohl stilprägendste (und bekannteste) "Exemplar" seiner Art war der "Kanzlerbungalow" im deutschen Bonn, der 1963/64 errichtet wurde. Er diente den Bundeskanzlern in der BRD über Jahrzehnte als Wohn- und Repräsentationsgebäude: Von Ludwig Erhard bis Gerhard Schröder verhandelten Kanzler im "Bungalow" mit ihren Gästen aus aller Welt, führten Koalitionsgespräche - sogar die deutsche Wiedervereinigung wurde dort unter Dach und Fach gebracht. Obligatorisch nach offiziellen Terminen war das Foto vor der Glasfront des Gebäudes, ein Motiv, das eher den Eindruck eines Familientreffens vermittelte als den eines offiziellen Staatsbesuchs. Ein Effekt, der durchaus erwünscht war, denn der Bungalow war, so formulierte es die Zeitschrift "Monumente", eine Mischung aus "Großzügigkeit und Understatement", was auch zum Ausdruck gebracht werden sollte. Über die Architektur sollen sich die Bundeskanzler allerdings uneins gewesen sein: Während Ludwig Erhard sein Domizil liebte, meinte Konrad Adenauer, der Architekt verdiene zehn Jahre Gefängnis.

Das Comeback des Bungalows

Nachdem es ein paar Jahrzehnte stiller um diesen Haustyp geworden war, feiern Häuser im Bungalow-Stil heute ein furioses Revival. Vor allem im Fertighausbereich erfreut sich das "bengalische Haus" wieder größter Beliebtheit. Nicht ohne Grund: Egal ob klassisch oder avantgardistisch - ein moderner, zeitgemäßer Bungalow spielt wirklich alle Stückerl. Von unterschiedlichsten Dachformen bis hin zu Verglasungen oder extravaganten Fassadengestaltungen lässt sich nahezu alles sehr individuell realisieren.
Dadurch, dass keine tragenden Wände berücksichtigt werden müssen, sind Bungalows leichter zu gestalten. So gibt es Bungalows, die Z-, L- oder U-förmig sind und nach Größe und Schnitt dem zur Verfügung stehenden Grundstück angepasst werden können. Je nach Form des Grundrisses können der Garten und die Terrasse besonders intelligent an das Haus angedockt werden - bei einem U-Grundriss zum Beispiel wie eine Art Innenhof oder bei einem L-Grundriss in einer windgeschützten Ecke. Der klassische, rechteckige oder quadratische Bungalow sorgt für besonders offene Raumkonzepte und bietet vor allem die Möglichkeit, einen zentralen Treffpunkt für die Familie zu gestalten. Technisch gesehen ist ein Bungalow sowohl als Niedrigenergie- wie auch als Passivhaus möglich. Auch eine Blockhausvariante ist vor allem am Land äußerst beliebt. Nicht zuletzt durch diese Varianten- und Nutzungsvielfalt hat sich der Haustyp Bungalow eine Reihe von Einsatzgebieten im urbanen und ländlichen Raum zurückerobert.

Das Bungalow bietet viel Licht

Ein unbedingter Pluspunkt dieser Wohnform sind auch die großzügigen Fensterfronten. Mit ihnen fällt viel Licht nach innen: Der Übergang zwischen dem Außenbereich und dem Innenbereich verläuft fließend. Und damit ist man auch schon bei einem weiteren guten Argument für einen Bungalow: Wo ein zweigeschoßiges Haus häufig nur den Blick auf einen bestimmten Gartenabschnitt freigibt, genießt der Bungalow-Bewohner einen 360-Grad-Rundumeindruck. So kann eine Verbindung zwischen Architektur und Umgebung entstehen, die miteinander zu einer Einheit verschmelzen.

Arbeiten und leben

Auch immer mehr Selbstständige und Freiberufler kommen "auf den Bungalow-Geschmack", und das aus sehr pragmatischen Überlegungen: So können etwa bei einem L-Grundriss Arbeits- und Lebensbereiche in verschiedenen Trakten eines Gebäudes perfekt organisiert werden. Um all die Vorteile der Bungalow-Bauweise ganz auszunutzen, ist jedoch eine große Grundfläche nötig, da die Räume nebeneinander und nicht übereinander angeordnet sind.

Gerade in Gebieten mit hohen Grundstückspreisen kann das den Preis für so ein Eigenheim stark ansteigen lassen.


Quelle: SN

Aufgerufen am 19.11.2019 um 05:53 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/bungalows-stufenloses-wohnvergnuegen-76786954

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