Bauen & Wohnen

Auf gutem Grund: Parkett

Parkett ist ein Dauerbrenner unter den Fußböden. Kein Wunder, denn dieser Bodenbelag ist strapazierfähig, gut zu reinigen und bleibt auch nach Jahrzehnten der Nutzung ein Schmuckstück.

Seit mehr als 25 Jahren beschäftigt sich Harald Froschauer als CEO von Hafro mit hochwertigen Holzböden. Im Interview setzt der Fachmann auseinander, worauf es bei qualitätsvollen Parkettböden ankommt.

Wann spricht man von einem echten Parkettboden und anhand welcher Merkmale erkennt man die Qualität eines solchen Produkts? Harald Froschauer: Ein Parkettboden darf erst als solcher bezeichnet werden, wenn er eine mindestens 2,5 Millimeter breite Echtholzauflage, die sogenannte Nutzschicht, aufweist. Diese bildet die oberste Lage eines Parketts und sollte bei einem Qualitätsboden zumindest drei bis vier Millimeter breit sein. Die Nutzschicht ist auch jene Schicht, die durch verschiedene Bearbeitungsmethoden - also bürsten, handhobeln oder schleifen - die eigentliche Oberfläche bzw. die Haptik des Bodens ausmacht. Daneben spielt auch der Aufbau des Parketts für die Qualität eine wichtige Rolle. Die größte Formstabilität wird bei einem Dreischichtparkettboden erreicht.

Wie sind Parkettböden ganz grundsätzlich aufgebaut? Mehrschichtparkett besteht aus zwei bzw. drei miteinander verleimten Schichten, dementsprechend unterscheidet man zwischen Zwei- bzw. Dreischichtparkett. Zweischichtparkett besteht aus einer oberen Nutz- und einer unteren Trägerschicht. Letztere besteht entweder aus preiswerterem Massivholz oder aus Holzverbundstoffplatten und ist quer zur Deckschicht verleimt. Es muss vollflächig verklebt verlegt werden. Dreischichtparkett enthält zusätzlich zu Nutz- und Trägerschicht einen sogenannten Gegenzug, der ebenfalls aus Holz oder Holzverbundstoffen besteht und für zusätzliche Stabilität der Fußbodenkonstruktion sorgt. Dreischichtparkett kann deshalb sowohl schwimmend auf einer geeigneten Unterlagsmatte als auch vollflächig verklebt verlegt werden. Daneben gibt es auch unterschiedliche Verbindungssysteme: Es gibt Nut- und Federverbindungen, aber auch verschiedene Klicksysteme. Welche zum Einsatz kommen, hängt unter anderem vom Format der Dielen und deren Aufbau ab. Die neueste Generation von Klickverbindungen heißt übrigens 5G-C.

Unter welchen Bedingungen wird ein Parkett schwimmend verlegt bzw. wann wird verklebt? Wo liegen die Vorteile? "Schwimmend verlegen" bedeutet, dass einzelne Parkettdielen nicht mit dem Untergrund verbunden werden. Sie werden meist via Klicksystem zusammengesteckt und ohne Befestigung auf dem Boden verlegt. Das funktioniert zwar bei vielen Böden, bei sehr großen oder auch kleinen Formaten wie z. B. Fischgrät ist jedoch eine Verklebung erforderlich, ebenso bei Zweischichtdielen. Grundsätzlich empfehlen wir von Hafro immer eine vollflächige Verklebung, da so eine Fugenbildung (z. B. durch lange Heizperioden) und das typische Knarren verhindert werden können und eine gewisse Trittschalldämmung gegeben ist.

Wie lang sollte ein guter Parkettboden genutzt werden können, bevor er abgeschliffen werden muss? Die Methode des klassischen Abschleifens wird heutzutage nur mehr sehr selten angewendet. Aufwendig handgearbeitete Oberflächen würden durch diese Prozedur komplett abgetragen werden. Geölte Parkettböden kann man durch eine entsprechende Reinigung und Neueinpflegung mit relativ wenig Aufwand wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. Bei lackierten Böden kann es hingegen passieren, dass die Oberfläche bzw. die Lackschichten - je nach Beanspruchung - zerkratzen. Hier gibt es keine Möglichkeit, den Boden zu renovieren, er muss dann geschliffen und neu lackiert werden. Das allerdings komplett, eine Teilsanierung ist in so einem Fall nicht möglich.

Steht die Robustheit der Parkettböden im Zusammenhang mit der jeweilig verwendeten Holzart? Kann man diese Böden auch in Bad und Küche einsetzen? Die Robustheit hängt natürlich stark mit der verwendeten Holzart zusammen. So werden für die die härtesten Böden Holzsorten wie z. B. Eiche oder Ulme verwendet. Eine hohe Strapazierfähigkeit kann aber auch durch eine entsprechende Oberflächenbehandlung erreicht werden. Das heißt: Parkettböden können selbstverständlich auch in der Küche verlegt werden! Hier wird die Oberfläche durch die verwendeten Öle oder Mattlacke besonders gut geschützt. Und auch für das Bad gibt es spezielle Holzarten - wie z. B. Teakholz -, die auch mit der Feuchtigkeit im Nassbereich kein Problem haben.

Zum Thema Lacke und Öle: Was spricht für einen geölten Parkettboden, was für einen Lackierten? Ein geölter Parkettboden ist auf lange Sicht sehr pflegeleicht, je nach Beanspruchung muss er aber in regelmäßigen Abständen nachgeölt werden. Etwaige Schäden oder Flecken können einfach behoben werden und bei Bedarf kann man den gesamten Boden durch eine Intensivreinigung mit anschließender Neueinölung wieder schön erstrahlen lassen.Ein lackierter Boden hat den Vorteil, dass er für einige Zeit überhaupt keine spezielle Pflege benötigt, lediglich ein Pflegemittel für das Wischwasser. Wenn die Lackoberfläche jedoch erheblich beschädigt ist, kann die Oberfläche nicht repariert werden - ein Abschleifen ist unumgänglich.

Wie werden geölte Böden optimal gepflegt? Einerseits gibt es gebrauchsfertig geölte Böden, die keine weitere Einölung brauchen, und andererseits Böden, die nach dem Verlegen noch einmal endgeölt werden müssen. Danach ist die Oberfläche optimal geschützt und erfordert im Privatbereich für längere Zeit keine weitere Behandlung. Für die laufende Pflege genügt es, Holzbodenseife ins Wischwasser zu geben. Diese reinigt und pflegt den Boden optimal.

Gibt es Gründe, die grundsätzlich gegen die Verlegung eines Parkettbodens sprechen? Stichwort: Fußbodenheizung? Grundsätzlich sind fast alle Parkettböden auch für Fußbodenheizungen geeignet, wichtig ist nur: Es muss eine Warmwasser-Fußbodenheizung und keine elektrische Fußbodenheizung sein. Zu trockene Luft schadet nicht nur Mensch und Tier, sondern auch dem Parkettboden. Aus diesem Grund sollte auf ein optimales Raumklima (bei etwa 40-50 Prozent Luftfeuchtigkeit) geachtet werden. Bei Bedarf kann in den Wintermonaten auch ein Luftbefeuchter unterstützend eingesetzt werden, im Sommer sollte durch eine ausreichende Beschattung eine Überhitzung des Parketts verhindert werden.

Muss grundsätzlich damit gerechnet werden, dass ein Parkettboden nach der Verlegung quillt, schwindet oder die Farbe verändert? Unter der Voraussetzung eines optimalen Raumklimas verändert sich ein schichtverleimter und verklebter Parkettboden nicht mehr wesentlich. Was die Farbe betrifft, gilt hier für Holz dasselbe wie für viele andere Naturprodukte auch. So verändert sich je nach Intensität der UV-Einstrahlung die Farbe mit der Zeit. Grundsätzlich neigen dunkle Böden dazu, eher heller zu werden, helle Böden hingegen dunkeln nach.

Aufgerufen am 08.05.2021 um 09:21 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/bauen-wohnen/auf-gutem-grund-parkett-103060549

Kommentare

Schlagzeilen