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Ruhestörung: Lärm und Gerüche in der Nachbarschaft

Ob ein heiterer Fußballabend mit Freunden, eine Grillfeier oder ein Junggesellenabschied - eine Feier in der eigenen Wohnung ist erlaubt, so lange die Party nach 22.00 Uhr in Zimmerlautstärke weitergeht und die Gerüche den lieben Nachbarn nicht einschränken. Doch welche Gesetze gelten in Bezug auf Ruhestörung und welche Möglichkeiten haben die genervten Nachbarn?

Ruhestörung: Lärm- oder Geruchsbelästigung ist oft ausschlaggebend für einen Nachbarschaftsstreit. SN/unsplash
Ruhestörung: Lärm- oder Geruchsbelästigung ist oft ausschlaggebend für einen Nachbarschaftsstreit.

Ruhestörung: Wenn Lärm im Alltag das Leben in der Wohnung einschränkt

Welcher Lärm als ortsüblich einzustufen ist, wird in den Verordnungen der einzelnen Gemeinden geregelt. Wer neben einer Straße wohnt kann sich also nicht über den Lärm der vorbeifahrenden PKW's beschweren. Auch die Tiere vom Bauernhof nebenan sind keine klassischen Ruhestörer. Es gibt jedoch Ausnahmen: Wenn die Geräusche und/oder Gerüche eine 'Schmerzgrenze' überschreiten und das Leben in der Wohnung bzw. auf dem eigenen Grundstück wesentlich beeinträchtigen.
Gegen Geräusche untertags kann man im Regelfall nur sehr schwer vorgehen, doch wer in den Ruhezeiten durch laute Musik, unangenehme Gerüche oder Partylärm gestört wird, kann rechtliche Schritte einleiten.

Welche Ruhezeiten gelten?

In jedem Mietvertrag sind die Ruhezeiten angeführt. Grundsätzlich ist zwischen 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr die Nachtruhe einzuhalten. Weitere Ruhezeiten, wie z.B. Mittagsruhe oder Regelungen für das Wochenende, können von Gemeinde zu Gemeinde abweichen. Die Gemeinde kann, muss aber nicht, eine ortspolizeiliche Verordnung erlassen und die Nichtbefolgung als Verwaltungsübertretung erklären. Bevor man also den Rasenmäher aus dem Keller holt und den freien Sonntag nutzt um das Gras zu stutzen empfiehlt es sich, die Gemeinde oder die Polizei zwecks Vorschriften zu kontaktieren. So kann man etwaigen Geldstrafen und bösen Blicken vorbeugen.

Darf ich in meiner Wohnung bis in die Morgenstunden feiern?

Gegen einen gemütlichen Grillabend oder eine Feier ist natürlich nichts einzuwenden, so lange die Ruhezeiten eingehalten werden. Ein runder Geburtstag oder die Fußball-WM sind jedoch keine Ausrede für laute Musik und Gelächter bis in den frühen Morgen. Entgegen einiger Behauptungen hilft es auch nicht, das Wohnhaus vorab über die Feier zu informieren. Wenn sich ein Nachbar durch den Lärm gestört fühlt hat er das Recht, sie persönlich über den Verstoß aufzuklären und um Ruhe zu bitten oder die Polizei etc. zu kontaktieren und eine Anzeige zu machen.
In vielen Fällen haben die Nachbarn nichts gegen eine Nacht mit weniger Schlaf, sofern die Feier vorab angekündigt wurde und die Partynächte sich in Grenzen halten. Doch vor überraschenden Anzeigen schützt Sie das 'Abkommen' nicht.

Wer gerne daheim feiert kann sich mit den Nachbarn gut stellen oder Musik und Gespräche auf Zimmerlautstärke reduzieren SN/unsplash
Wer gerne daheim feiert kann sich mit den Nachbarn gut stellen oder Musik und Gespräche auf Zimmerlautstärke reduzieren

Welche Rechte hat der genervte Nachbar bei einer Ruhestörung?

Wenn während der Nachtruhe der Fernseher in der Nachbarwohnung auf volle Lautstärke gedreht ist oder Sonntag am Nachmittag die Nachbarin den Rasenmäher anwirft, dann empfiehlt es sich, vorab das Gespräch mit der betreffenden Person zu suchen. Es kann durchaus vorkommen, dass die Nachbarn über die Ruhezeiten nicht Bescheid wissen oder ihnen ist der produzierte Lärm nicht bewusst.
Sollten die Beteiligten auf keinen gemeinsamen Nenner kommen, kann die Polizei herangezogen werden. Sofern es sich um ortsunüblichen Lärm handelt bzw. die Ruhezeiten nicht eingehalten werden, kann die Polizei Geldstrafen verhängen. Wenn auch danach keine Ruhe einkehrt bzw. der Nachbar Ihnen unruhige Nächte beschert, dann muss man rechtlich aktiv werden. Ein Richter klärt dann, ob die "Lärmstörungsunterlassungsklage" berechtigt ist oder ob keine wirkliche Beeinträchtigung durch den Geräuschpegel vorliegt.

Geruchsbelästigung: Wenn es den Nachbarn zum Himmel stinkt

Im Burgenland ist das Hervorrufen von belästigenden Gerüchen verboten. Im restlichen Österreich muss je nach Fall geklärt werden, ob die Geruchsbelästigung so stark ist, dass sie eine Klage rechtfertigt.
Wenn der Nachbar im eigenen Garten grillt, dann haben genervte Nachbarn wohl keine Chance eine Klage durchzubringen. Wird jedoch am Balkon gegrillt und der Rauch zieht in die Wohnung des Nachbarn und schränkt ihn dementsprechend ein, dann hat der Nachbar gute Chancen um 'rauchfreie' Zeiten zu vereinbaren. Dies gilt neben dem Grillen auch für das Rauchen.

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Aufgerufen am 15.11.2018 um 10:33 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/aktuelles-trends/ruhestoerung-laerm-und-gerueche-in-der-nachbarschaft-30119842

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