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Fertighausboom: Es wird ungebremst "fertig" gebaut

Der Markt für Fertighäuser erlebt in Österreich einen Boom. Mehrgeschoßiger Wohnbau ist im Kommen. Die Marktkonzentration nimmt leicht ab.

Fertighäuser steigen in der Beliebtheit weiter an.  SN/bernhard schreglmann
Fertighäuser steigen in der Beliebtheit weiter an.

Der Markt für Fertighäuser in Österreich, der sich auch 2020 bereits positiv entwickelte, erlebte 2021 einen regelrechten Boom. In Wohneinheiten verbuchten Fertighäuser 2021 einen Anstieg von 14,4 Prozent. Somit stieg auch die Fertighausquote landesweit auf 27,6 Prozent, wie Interconnection Consulting in einer neuen Studie zeigt.

Insgesamt lag der Umsatz der Branche 2021 bei knapp 1,2 Mrd. Euro. In den nächsten vier Jahren wird der Markt für Fertighäuser um durchschnittlich 4,0 Prozent pro Jahr wachsen. Die Aussichten der Fertighausbranche bleiben positiv. Neben der festen Bauzeit und dem Vorteil, alles aus einer Hand zu erhalten, ist vor allem die Fixpreisgarantie in Zeiten unvorhersehbarer Preisentwicklungen und Materialengpässe ein starkes Verkaufsargument.

Anstieg von mehrgeschoßigem Wohnbau und Zweifamilienhäuser

Insgesamt verlagert sich der Markt zunehmend in Richtung mehrgeschoßiger Wohnbau und Zweifamilienhäuser. Während Einfamilienhäuser rund 13 Prozent zulegten, konnten die mehrgeschoßigen Wohnhäuser um 24,1 Prozent und Zweifamilienhäuser um 13,8 Prozent zulegen. Der Grund für den relativen Anstieg dieses Segments sind die stark gestiegenen Grundstückpreise, die ein Einfamilienhaus für immer mehr Familien unerschwinglich machen. Für den heimischen Gesamtmarkt zeigen jedoch Einfamilienhäuser mit einem Marktanteil von 77,2 Prozent eine deutliche Dominanz.

Fertighausanteil im Osten höher als im Westen

Der Marktanteil der Fertighäuser liegt im Osten höher als in den westlichen Bundesländern. Niederösterreich und Oberösterreich machen gemeinsam mehr als die Hälfte des Gesamtmarktes aus (53,8 Prozent). "Neben den geringeren Grundstückpreisen im Osten unterstützt die starke Präsenz der größten Hersteller wie Wolf, Genböck, Haas, Hartl oder Elk die bessere Entwicklung der östlichen Landkreise", erklärt Ernst Rumpeltes, Autor der Studie. So sind auch die stärksten Wachstumsraten in den nächsten vier Jahren in den östlichen Bundesländern zu erwarten.

Die Top-10-Unternehmen verzeichnen einen Marktanteil von 41,7 Prozent, was ein Minus von 1,1 Prozent bedeutet. Der leichte Rückgang ist auf kleine Anbieter zurückzuführen, die intensiv Marktanteile gewinnen. Schlüsselfertige Lösungen sind auch der Trend der Zeit und machen bereits 41,7 Prozent aller verkauften Einheiten aus.

Der Marktanteil von Fertighäusern am gesamten Ein- und Zweifamilienhausmarkt in Österreich belief sich zuletzt auf 33 Prozent. Die Exportquote heimischer Hersteller liegt bei 20 Prozent.

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