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Energieverbrauch senken - Neues EU-Projekt für Sanierung

Finanzierungsprojekt FinEERGo-Dom läuft in sieben Staaten. 340 Mill. Euro Investitionsvolumen soll Sanierung von 1,5 Mill. Quadratmetern anstoßen.

Thermische Sanierungen tragen wesentlich zur Energieeinsparung bei.  SN/bernhard schreglmann
Thermische Sanierungen tragen wesentlich zur Energieeinsparung bei.

Die Gebäude in der EU sind für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und 36 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Deshalb möchte die EU die CO2-Emis- sionen des Gebäudesektors um rund 90 Prozent senken. "Die thermische Sanierung spielt eine wesentliche Rolle, um den Energieverbrauch der Gebäude in Europa deutlich zu senken. So erreicht man auch eine Reduktion der CO2-Emissionen, da die eingesetzte Energie derzeit zu einem großen Teil aus fossilen Brennstoffen wie Öl oder Kohle stammt", erklärt Andreas Hirtl von der Österreichischen Energieagentur: "Mehr sanierte und energieeffiziente Gebäude bedeuten aber auch eine Verbesserung der Lebensqualität von Tausenden Bürgerinnen und Bürgern in Mittel- und Osteuropa."

Finanzierungsprojekt FinEERGo-Dom

Um diese Ziele zu erreichen, wurde das Finanzierungsprojekt FinEERGo-Dom gestartet (siehe Kasten unten). Partner in Österreich ist die Energieagentur, die das Projekt gemeinsam mit neun Partnerorganisationen in den sechs Ländern Polen, Lettland, Bulgarien, den Niederlanden, Rumänien und der Slowakei umsetzt.

"Im Rahmen von FinEERGo-Dom wird ein Finanzierungsmechanismus entwickelt, der große Investitionen in Gebäudesanierung ermöglichen wird", erklärt Hirtl, "Ziel ist es, in teilnehmenden Ländern innerhalb von vier Jahren 340 Millionen Euro an Investitionen auszulösen, 1,5 Millionen Quadratmeter zu renovieren und damit pro Jahr 160 GWh Energie einzusparen." Die geplanten Einsparungen entsprechen dem Strombedarf von rund 45.700 Haushalten mit je einem durchschnittlichen Stromverbrauch von 3,5 MWh im Jahr.

Das Potenzial für Energieeinsparungen und erneuerbare Energie ist insbesondere in Osteuropa groß, da in diesen Ländern bei Gebäuden, die vor den 90er-Jahren gebaut wurden, keine Energieeffizienzstandards erforderlich waren. Darüber hinaus müssen wegen der unterlassenen Instandhaltung 70 bis 90 Prozent der Gebäude renoviert werden.

Kerninstrument: Onlineplattform SHAREX

Aufbauend auf den in Lettland bei der Einführung eines Finanzierungssystems gewonnenen Erfahrungen wird das FinEERGo-Dom-Team sogenannte garantierte Finanzierungsmechanismen für Energieeffizienz und erneuerbare Energien bei thermischen Sanierungen von Gebäuden in mehreren EU-Mitgliedsstaaten einführen oder verbessern. Das Kerninstrument dabei ist die Onlineplattform SHAREX. Diese ist darauf ausgelegt, jede Transaktion von der ersten Idee bis zur Finalisierung zu verfolgen und gleichzeitig ein Höchstmaß an rechtlicher und finanzieller Sicherheit und Transparenz zu gewährleisten.

Der Dialog mit unterschiedlichen Interessengruppen, politischen Entscheidungsträgern und Parteien, die den Finanzierungsmechanismus in Anspruch nehmen, spielt eine wesentliche Rolle, um die jeweiligen Interessen und Bedürfnisse abzudecken.

Langfristige Renovierungsstrategien festlegen

Auf EU-Ebene wird die Bedeutung von Gebäuden im Rahmen der allgemeinen Energieeffizienzstrategie betont: Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden unterstreicht die Vorbildfunktion von öffentlichen Gebäuden. Sie erfordert die Integration einer Sanierungsstrategie in die National Energy Efficiency Action Plans (NEEAPs). Die EU-Mitgliedsstaaten müssen langfristige Renovierungsstrategien festlegen, die alle drei Jahre aktualisiert werden, um die Renovierung des nationalen Gebäudebestands, einschließlich Wohn- und Nichtwohngebäuden, zu unterstützen.

Aufgerufen am 29.01.2020 um 10:58 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/aktuelles-trends/energieverbrauch-senken-neues-eu-projekt-fuer-sanierung-80138167

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