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Ein neues Stadtquartier aus Holz

In Hallein entsteht derzeit Salzburgs größte Holzwohnbausiedlung. Für Sommer 2022 ist die Fertigstellung des zweiten Abschnitts geplant.

Spätestens im Sommer 2022 wird die Stadt Hallein um einen baulichen Superlativ reicher sein. Dann wird nämlich Salzburgs (bislang) größte, mehrgeschoßige Holzwohnbausiedlung in Hallein-Burgfried an einen Großteil der künftigen Bewohner übergeben werden. Umgesetzt wird das Referenzprojekt von der Gemeinnützigen Salzburger Wohnbaugesellschaft (GSWB), die sich dafür mit der Firma Bodner als Generalunternehmer zusammengetan hat. Neun Wohnhäuser mit 124 Wohnungen sind es, die sich auf dem Areal der ehemaligen Südtiroler Siedlung in Burgfried derzeit in Umsetzung befinden. Gearbeitet wird seit dem Baubeginn nach einem Step-by-Step-Konzept in drei großen Bauabschnitten. "Eine erste Bauetappe mit 14 Wohnungen wurde bereits im August 2020 abgeschlossen", berichtet GSWB-Prokurist Christian Lechner, "dadurch konnten die zuvor umgesiedelten Bewohner bereits letztes Jahr wieder in ihr altes bzw. in ein neues Zuhause zurückkehren." Die nächste Bauphase solle planmäßig im Sommer 2022 abgeschlossen werden, berichtet er. "67 Wohnungen werden dann an die künftigen Mieter und Mieterinnen übergeben. Nach Beendigung des dritten Abschnitts 2024 kommen dann noch einmal 57 weitere Einheiten hinzu." Der größte Teil der insgesamt 138 Wohneinheiten wird als Mietwohnungen vergeben, Mietkauf-, Eigentumswohnungen und betreutes Wohnen sind aber ebenso vorgesehen. Zusätzlich dazu werden den Bewohnern der Siedlung auch 330 Tiefgaragenplätze zur Verfügung stehen.

Neun Wohngebäude in Holz

Das absolute Novum im Wohnquartier: Neun der zehn dreigeschoßigen Wohnhäuser sind als reine Holzgebäude konzipiert. "Lediglich die Stiegenhäuser werden aus Brandschutzgründen konventionell errichtet", erklärt Projektleiter Florian Janny, "ansonsten bestehen die Baukörper komplett aus Holz." In der Ausführung wurde dafür eine Kombination aus einer Holzriegelbauweise (Zwischenwände) und einer Massivholzbauweise (Decken) gewählt.

Entscheidung für Holzbau

Dass das Bauvorhaben in Hallein-Burgfried als Holzbauprojekt umgesetzt werden könnte, sei vorerst nur eine Erwägung gewesen, berichtet Christian Lechner. "Die Erstplanung war eigentlich in Massivbauweise vorgesehen. Erst im Zuge der weiterführenden Planung stellte sich dann heraus, dass sich das Projekt sehr gut für eine Ausführung in Holzbauweise eignen würde." Der nachhaltige Baustoff sei ohne Frage ein ökologischer Hoffnungsträger für den mehrgeschoßigen Wohnbau, führt er aus. "Trotzdem gibt es aktuell noch wenige Referenzprojekte, was uns - neben einigen anderen Faktoren - bisher eher zur Zurückhaltung veranlasst hat." Die Entscheidung zugunsten einer alternativen Lösung beim Projekt Burgfried habe sich schließlich auch durch die Besichtigung einer Wohnanlage im bayerischen Wasserburg verfestigt, berichtet er. "Nach eingehender Prüfung waren wir uns sicher, dass wir uns ein Holzbauvorhaben auch zutrauen und im Sinne unserer Mieter und Eigentümer damit den richtigen Weg einschlagen."
Der Architekt der Wohnanlage in Wasserburg, Christoph Scheithauer, wurde schließlich auch mit der Gestaltung des Siedlungsquartiers in Hallein-Burgfried beauftragt.

Neue Erfahrungswerte

"Die Siedlungsentwicklung Burgfried ist sicher ein Projekt, bei dem wir uns - im Sinne des ,Learning by Doing'- jetzt einiges an Know-how aneignen können", fasst Johannes Ganster, Neubauleiter, die aktuellen Erfahrungswerte zusammen. "Im Holzbau können Gebäude sehr rasch errichtet werden", erklärt Ganster, "dafür fallen die Phase der Projektplanung und die Zusammenarbeit mit den Gewerken deutlich intensiver aus." Dem schließt sich auch Roman Pachler als Haustechniker an. "Eine Erfahrung, die wir gemacht haben, ist sicher, dass man bei einem Holzbau im Vorfeld weit mehr ins Detail planen muss als bei einem Betonbau."

Mehr Grün- und Wohnfläche

Auf dem über 8000 Quadratmeter großen Areal der ehemaligen Südtiroler Siedlung wird es künftig auch deutlich mehr Wohnraum geben, als ursprünglich vorhanden war. "Es ist ein absolutes Nachverdichtungsprojekt", sagt Christian Lechner. "Es werden doppelt so viele Menschen hier leben können - und das, ohne dass dadurch die Wohnqualität gemindert wird. Im Gegenteil: Das Areal wird um einige hochwertige Frei- und Grünflächen reicher." Um diese Ziele zu realisieren, hat der Wohnbauträger von der Stadt Hallein auch einen Teil der Neue-Heimat-Straße angekauft, die den Siedlungsbereich bisher durchquert hat. Anstelle der Straße wird nun eine großzügige Begegnungs- und Erholungszone entstehen.

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