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Der Immobilienmarkt wächst wieder

Im ersten Halbjahr wurden wesentlich mehr Immobilien gekauft. Das Grundbuch zeigt ein starkes Marktwachstum und eine deutliche Transaktionssteigerung.

Gegen den Trend wurden in der Stadt Salzburg weniger Immobilien verkauft. SN/bernhard schreglmann
Gegen den Trend wurden in der Stadt Salzburg weniger Immobilien verkauft.

Auch im ersten Halbjahr zeigt sich, dass der heimische Immobilienmarkt wieder volle Fahrt aufnimmt. Ein Plus von 9287 Eigentumseintragungen stellt seit 2009 das zweithöchste absolute Mengenwachstum nach 2014/2015 dar. Im Jahresabstand ergibt das ein Plus von 13,8 Prozent. Das geht aus einer Grundbuchauswertung im Auftrag des Maklernetzwerks Remax hervor.

Verkäufe kratzen an historischer Schwelle

Im Transaktionsvolumen schlägt sich das bei steigenden Preisen nach dem Durchhänger im ersten Halbjahr 2020 mit einem Plus von 3,2 Mrd. Euro oder 19,8 Prozent zu 2020 nieder. Im ersten Halbjahr 2021 wurden demnach 76.589 Immobilien für neue Eigentümer im Grundbuch registriert. Das sind mehr als doppelt so viele wie im schwachen Jahr 2013 und um 28,8 Prozent mehr als vor fünf Jahren. Der Gesamtwert der im ersten Halbjahr rechtskräftig gewordenen Immobilienverkäufe kratzt mit 19,6 Mrd. Euro erstmals an einer historischen Schwelle.

Vermehrte Bewegung am Markt

"Teilweise sehen wir im ersten Halbjahr Nachholeffekte, weil 2020 ja doch pandemiebedingt in keiner Weise und damit auch auf dem Immobilienmarkt kein normales Jahr war. Viele Menschen haben aber auch erkannt, dass sie eigentlich woanders wohnen wollen, in größeren Wohnungen, in anderen Stadtteilen oder auch auf dem Land", sagt Remax-Geschäftsführer Bernhard Reikersdorfer. Aufgrund vieler Homeoffice-Lösungen sei zahlreichen Kunden die absolute Nähe von Wohn- und Arbeitsort nicht mehr so wichtig wie noch vor der Pandemie, denn für zwei, drei Fahrten ins Büro pro Woche könne die Anfahrt schon wieder etwas länger sein. "Zusätzlich sind Immobilien als Anlageform beziehungsweise zur Pensionsvorsorge weiterhin sehr begehrt. All das sind Faktoren, die den Immobilienmarkt gehörig in Bewegung gebracht haben."

Top-Verkäufe regional unterschiedlich

Im Fünfjahresvergleich 2021 zu 2016 ergibt das eine Transaktionswertsteigerung von 50,1 Prozent und mehr als eine Verdoppelung seit 2014 (plus 138,1 Prozent). Grundlage dafür bildet neben Inflation und Preissteigerungen vor allem das Mengenwachstum von 28,8 Prozent seit 2016 und fast eine Verdoppelung seit 2014 (plus 86,2 Prozent).

Der Wert der Top-100-Verkäufe von Industrie- und Bürogebäuden, Zinshäusern, Hotels, Wohnhausanlagen und gemischt genutzten Gebäuden im ersten Halbjahr ist von 1,43 Mrd. Euro (2019, 2020) auf 1,75 Mrd. Euro (2021) gestiegen. Die Eintrittsuntergrenze dazu hat sich von 7,7 Mill. Euro im Jahr 2019 über 5,9 Mill. Euro 2020 auf heuer 8,4 Mill. Euro verschoben. Von den Top-Ten-Verkäufen fanden vier in Wien und drei im niederösterreichischen Umland von Wien statt, zwei in Graz und ein Großverkauf fand in Tirol statt.

Zahlen für Salzburg

Das Bundesland Salzburg hatte seinen massiven Anstieg bei den ver- und gekauften Immobilien früher als die anderen Bundesländer, nämlich bereits im ersten Halbjahr 2020. Heuer beteiligte man sich am Österreich-Zuwachs von 13,8 Prozent nur symbolhaft mit plus 0,7 Prozent und liegt damit dennoch um mindestens ein Viertel über 2019 und den Jahren davor. 5322 neue Eigentümer wurden im Bundesland heuer bis 30. Juni bereits eingetragen (plus 35). Auch auf Bezirksebene ist das Rennen ausgeglichen. Drei Bezirke legen zu und drei hatten bereits 2020 höhere Immobilien-Handelsmengen. St. Johann kommt mit plus 179 auf 910 Verkäufe, der Flachgau mit plus 115 auf 1541 und Zell/See mit plus 84 auf 1177 - alle drei Bezirke mit neuen Rekordmengen. Hallein erreicht mit 355 Verkäufen (-75) sein drittbestes Ergebnis, der Bezirk Tamsweg mit 141 und einem relativ großen Rückgang um 122 Verkäufe nach dem Traumjahr 2020 sein viertbestes.

Schlussendlich kommt "die Stadt" mit 1198 Kaufakten und dem in Stück größten Rückgang des Bundeslandes (-146) auf ihr zweitbestes Resultat nach 2020.

Flachgau und Pongau mit Umsatzsteigerung

Finanziell wirkt sich das geringe Mengenwachstum wenig aus. Der Immobilientransaktionswert des Bundeslandes Salzburg ist laut Erhebung dennoch um 5,3 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro gewachsen und liegt damit exakt um 50 Prozent über dem Wert von vor fünf Jahren. Der Flachgau profitiert von einer Umsatzsteigerung um plus 92 auf 456 Millionen Euro. Der Pongau steuert mit 201 Millionen Euro 50 Mill. Euro zum Wachstum bei. Der Pinzgau legt 25 Millionen Euro zum Vorjahr zu und kommt auf 304 Millionen Euro und der Tennengau plus fünf Millionen Euro auf 103 Millionen Euro. Die Stadt und der Lungau fallen ziemlich exakt auf ihre Ergebnisse von 2019 zurück: Tamsweg fällt auf 18 Millionen Euro (-31 Mill. Euro) und die Landeshauptstadt auf 496 Millionen Euro (-62 Mill. Euro).

Ein Grundstück südlich der Landeshauptstadt um 24 Millionen Euro führt das Salzburger Ranking an. Ein Bürogebäude im Bezirk Hallein folgt mit 19 Millionen Euro, auf dem dritten Platz ein Grundstück in der Stadt um 18 Millionen Euro. In Salzburg-Umgebung wurden weiters zwei Bürogebäude, eines um 13 Millionen Euro und eines um elf Millionen Euro an neue Eigentümer übergeben und ein drittes um knapp elf Millionen Euro in der Stadt.

Aufgerufen am 17.09.2021 um 06:43 auf https://immo.sn.at/immo-ratgeber/aktuelles-trends/der-immobilienmarkt-waechst-wieder-109084258

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